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Gefahr im Glas: Warum Energydrinks Ihr Herz-Kreislauf-System belasten

Eine geöffnete Dose eines Energydrinks vor einem medizinischen Hintergrund. Aktuelle News

Energydrinks stehen aufgrund ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System unter medizinischer Beobachtung.

Das Marketing verspricht den ultimativen Konzentrationsschub, doch die medizinische Realität sieht anders aus. Während Energydrinks weltweit einen riesigen Markt bedienen, mehren sich die wissenschaftlichen Warnsignale. Experten sehen zunehmend Risiken für das Herz-Kreislauf-System, die weit über das übliche Koffein-Hoch hinausgehen.

EKG-Veränderungen und Blutdruckanstieg

Studien belegen regelmäßig, dass der Konsum von Energydrinks den systolischen und diastolischen Blutdruck sowie die Herzfrequenz in die Höhe treibt. Besonders kritisch bewerten Mediziner die Verlängerung des QTc-Intervalls im EKG. Ist dieser Wert zu hoch, drohen gefährliche Herzrhythmusstörungen.

Prof. Michael Böhm, Kardiologe und ehemaliger Direktor der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum des Saarlandes, betont die Notwendigkeit weiterer Forschung. Während akute Folgen bereits dokumentiert sind, müssen künftige Langzeitstudien klären, welche chronischen Schäden der regelmäßige Konsum hinterlassen kann.

Der Unterschied zwischen Kaffee und Energydrinks

Koffein ist nicht gleich Koffein. Während der moderate Genuss von Kaffee – entgegen früherer Vorurteile – als unbedenklich für das Herz gilt, ist die Rezeptur von Energydrinks deutlich komplexer. In den Dosen wird Koffein häufig mit Stoffen wie Taurin oder Guarana kombiniert.

Gefahr im Glas: Warum Energydrinks Ihr Herz-Kreislauf-System belasten

Dieser Cocktail kann zu einem Kombinationseffekt führen, der das Herz-Kreislauf-System stärker belastet als ein einzelner Inhaltsstoff. Auch das Trinkverhalten unterscheidet sich: Während Kaffee meist in Ruhe und langsam genossen wird, werden Energydrinks oft in großen Mengen und in kurzer Zeit konsumiert – was den Körper schlagartig unter Stress setzt.

Besondere Vorsicht bei Kindern und Sportlern

Die „Educate-Studie“ zeigt deutlich: Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet. Exzessiver Konsum führt in dieser Altersgruppe vermehrt zu schwerwiegenden Rhythmusstörungen. Die Gefahr potenziert sich, wenn Vorerkrankungen bestehen oder der Konsum mit Sport, Alkohol oder Medikamenteneinnahme einhergeht.

  • Sport: Die Kombination von körperlicher Belastung und Energydrinks ist nach aktuellem Kenntnisstand zu vermeiden.
  • Alkohol: Wechselwirkungen sind noch nicht vollständig erforscht, eine gesundheitsschädigende Verstärkung gilt jedoch als wahrscheinlich.
  • Schwangerschaft: Auch hier raten Experten aufgrund der kardiovaskulären Risiken vom Konsum ab.

Die Forschung steht hier erst am Anfang. Doch die Warnung der Kardiologen ist unmissverständlich: Wer seinen Körper ohne Not unter den Einfluss dieser Kombination aus Stimulanzien setzt, spielt mit seiner Herzgesundheit.