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Gehaltsplus 2026: Diese Branchen und Berufsgruppen erhalten verbindlich mehr Geld

Gehaltsabrechnung mit Euro-Geldscheinen und Stift auf einem Schreibtisch Aktuelle News

Verbindliche Tarifverträge und gesetzliche Anpassungen bringen Millionen Beschäftigten 2026 mehr Einkommen.

Das Jahr 2026 bringt für Millionen Beschäftigte in Deutschland spürbare finanzielle Zuwächse. Während in einigen Branchen bereits rechtsverbindliche Tarifverträge mit festen Stufenerhöhungen greifen, stehen in anderen Schlüsselbereichen entscheidende Verhandlungsrunden und gesetzliche Neuregelungen an.

Die Reallohnentwicklung stabilisiert sich nach den inflationsgeprägten Vorjahren zunehmend. Für Arbeitnehmer entscheiden dabei sowohl prozentuale Tabellenerhöhungen als auch steuerliche Anpassungen bei den Abzügen über das tatsächliche Netto-Plus.

Metall- und Elektroindustrie: Fest vereinbarte 3,1 Prozent mehr Entgelt

Rund 3,9 Millionen Beschäftigte der deutschen Metall- und Elektroindustrie profitieren im Frühjahr 2026 von einer verbindlich vereinbarten Tabellenanpassung. Der im Herbst 2024 erzielte Pilotabschluss sieht nach einer ersten Stufe im Jahr 2025 eine weitere Erhöhung vor.

Zum 1. April 2026 steigen die Monatsentgelte branchenweit um 3,1 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen werden bereits im Vorfeld überproportional angehoben, um die Attraktivität der technischen Ausbildungsberufe zu sichern.

Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. Oktober 2026. Bis zu diesem Stichtag herrscht in der Leitbranche der deutschen Industrie Friedenspflicht bezüglich der regulären Entgelttabellen.

Bauhauptgewerbe: Letzte Stufe des Schlichtungsabschlusses greift

Im deutschen Bauhauptgewerbe greifen 2026 die Ausläufer des Schlichterspruchs aus dem Jahr 2024. Die Einigung sah eine gestaffelte Anhebung über einen Zeitraum von drei Jahren vor, um die regionalen Unterschiede zwischen Ost und West weiter anzugleichen.

Zum 1. April 2026 greift für rund 930.000 Beschäftigte im Bauhauptgewerbe die finale Stufe des Tarifwerks. Die Entgelte steigen dabei im Westen um 3,9 Prozent und im Osten um 4,1 Prozent.

Zusätzlich erhöhen sich die Mindestlöhne im Baugewerbe für ungelernte wie für qualifizierte Fachkräfte turnusgemäß, was den Lohnsockel in der gesamten Branche nach oben verschiebt.

Öffentlicher Dienst: Neue Verhandlungsrunden für Bund, Kommunen und Länder

Im öffentlichen Sektor entscheidet sich die Gehaltsentwicklung für 2026 im Rahmen anstehender Tarifverhandlungen. Durch versetzte Laufzeiten sind Bund, Kommunen und Bundesländer zu unterschiedlichen Zeitpunkten gefordert.

TVöD und TV-L im Verhandlungskalender

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) läuft bis zum 31. Oktober 2025. Die Verhandlungen für die rund 1,1 Millionen Tarifbeschäftigten der Bundesländer finden Ende 2025 statt und bestimmen direkt das Gehaltsgefüge für das gesamte Jahr 2026.

Traditionell fordern die Gewerkschaften ver.di und der dbb Beamtenbund für diesen Zeitraum ein deutliches Plus oberhalb der projizierten Inflationsrate sowie die zeitgleiche Übertragung auf die Landesbeamtinnen und -beamten sowie Versorgungsempfänger.

Beim TVöD (Bund und Kommunen) greifen die Ergebnisse der Tarifrunde 2025 unmittelbar in die Entgeltstrukturen des Jahres 2026 über, da mehrjährige Laufzeiten mit Stufenanpassungen den Regelfall bilden.

Gesetzlicher Mindestlohn und Branchenuntergrenzen

Für Beschäftigte im Niedriglohnsektor stellt das Jahr 2026 eine wichtige Zäsur dar. Die Mindestlohnkommission berät im Sommer 2025 über die gesetzliche Lohnuntergrenze, die ab dem 1. Januar 2026 in Kraft tritt.

Nach der Anhebung auf 12,82 Euro im Jahr 2025 orientiert sich die Kommission maßgeblich an der Tariflohnentwicklung der vorausgegangenen zwei Jahre. Parallel dazu fordert die EU-Mindestlohnrichtlinie einen Referenzwert von 60 Prozent des Bruttomedianeinkommens.

Pflegebranche und Dienstleistungssektor

In der Pflegebranche gelten eigenständige Mindestentgelte, die von der Pflegekommission festgelegt werden. Qualifizierte Pflegekräfte und Pflegehilfskräfte erhalten 2026 fest definierte Stundensätze, die über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen.

Auch in der Gebäudereinigung und im Sicherheitsgewerbe greifen 2026 neu ausgehandelte bundesweite Mindeststundensätze, die allgemeinverbindlich für alle Betriebe der jeweiligen Sparte gelten.

Steuerliche Entlastungen verstärken das Netto-Einkommen

Über die reinen Bruttoanpassungen hinaus federt die Steuerpolitik den Effekt der kalten Progression im Jahr 2026 weiter ab. Die Eckwerte des Einkommensteuertarifs werden inflationsbereinigt verschoben.

Der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer steigt zum 1. Januar 2026 erneut an. Dieser steuerfreie Betrag sorgt dafür, dass ein größerer Teil des Gesamteinkommens vollkommen steuerfrei bleibt.

Zusammen mit angepassten Beitragsbemessungsgrenzen in den Sozialversicherungen verschiebt sich die Nettoquote vor allem für Facharbeiter und mittlere Einkommen, wodurch Bruttolohnerhöhungen zu einem höheren Anteil auf den Konten ankommen.