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Gemüsebrühe im Test: Verbotene Pestizide und hoher Salzgehalt – viele Produkte fallen durch

Gekörnte Gemüsebrühe im Glas mit Suppenzutaten Aktuelle News

ÖKO-TEST hat 27 Gemüsebrühen auf Schadstoffe, Salz und Aromen untersucht.

In vielen Haushalten gilt gekörnte Brühe als praktische Basis für Suppen und Soßen, doch eine aktuelle Laboranalyse der Verbraucherorganisation ÖKO-TEST zeigt gravierende Mängel: Von 27 getesteten trockenen Gemüsebrühen und Bouillons fiel die Hälfte der konventionellen Produkte mit den Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Die Prüfer wiesen in mehreren Artikeln Rückstände von Spritzmitteln nach – darunter sogar Spuren des in der EU nicht mehr zugelassenen Insektizids Clothianidin.

Während herkömmliche Markenware und Discounter-Produkte herbe Kritik einstecken mussten, erzielten sämtliche 17 getesteten Bio-Brühen mindestens die Note „gut“. Wer beim Kochen auf Schadstoffe verzichten möchte, muss daher genau auf die Inhaltsstoffe und Zertifizierungen achten.

Gemüsebrühe
Gemüsebrühe im Test von ÖKO-TEST.

Verbotenes Pestizid Clothianidin und bedenkliche Noten für Markenriesen

Besonders die Laborbefunde zu Schadstoffen sorgten bei den Prüfern für deutliche Abwertungen. In mehreren konventionellen Brühen wurden Rückstände verschiedener Wirkstoffe festgestellt. In zwei Produkten fanden die Tester Spuren von Clothianidin – einem Insektizid, das in der Europäischen Union seit Jahren keine Zulassung mehr besitzt.

Die Le Gusto Klare Gemüsebrühe von Aldi schnitt im Test mit der Note „mangelhaft“ ab. Das Schlusslicht im gesamten Testfeld bildete die konventionelle Knorr Gemüse-Bouillon, die wegen ihrer Zusammensetzung und der Schadstofffunde mit der Note „ungenügend“ bewertet wurde.

Die Laboranalysen offenbaren ein zweigeteiltes Testfeld: Während konventionelle Produkte mit Pestizidrückständen und Aromastoffen belasten, beweisen Bio-Hersteller, dass es ohne problematische Rückstände geht.

Der Deklarations-Irrtum: Wie viel Gemüse steckt wirklich im Glas?

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Gemüsebrühe überwiegend aus getrocknetem Gemüse besteht. In der Realität dominieren jedoch ganz andere Zutaten die Rezepturen: Die analysierten Produkte bestehen zu 44 bis 60 Prozent aus reinem Salz.

In der fertig zubereiteten Form überschritten zahlreiche Brühen den empfohlenen Orientierungswert von 0,90 Gramm Salz pro 100 Milliliter deutlich. Hinzu kommt versteckter Zucker, der in allen konventionellen Produkten und in rund der Hälfte der Bio-Varianten nachgewiesen wurde. Hersteller deklarieren diesen häufig unter Begriffen wie Maltodextrin, Glukosesirup oder Karamellzucker, um den Eigengeschmack künstlich abzurunden.

Kategorie Ergebnis im ÖKO-TEST
Bio-Brühen (17 Produkte) Alle mindestens „gut“; Testsieger frei von Aromazusätzen
Konventionelle Brühen (10 Produkte) 50 % „mangelhaft“ oder „ungenügend“; Pestizidfunde
Salzgehalt im Trockenprodukt Macht 44 bis 60 Prozent der Gesamtrezeptur aus
Schadstoffbelastung Spuren des verbotenen Pestizids Clothianidin in 2 Produkten

Bio-Produkte setzen sich an die Spitze

Verbraucher, die eine saubere Würzalternative suchen, finden diese fast ausschließlich im Bio-Segment. Die Knorr Bio-Gemüse-Bouillon und die Rewe Bio-Gemüsebrühe sicherten sich jeweils das Gesamturteil „sehr gut“. Beide Produkte verzichten vollständig auf zugesetzte Aromen sowie Geschmacksverstärker und wiesen keine bedenklichen Pestizidwerte auf.

Checkliste für den nächsten Einkauf

  • Zutatenliste prüfen: Der tatsächliche Gemüseanteil sollte möglichst weit vorne stehen.
  • Salzgehalt kontrollieren: Brühen mit mehr als 50 Prozent Salzanteil sparsam dosieren.
  • Zuckerfallen enttarnen: Auf Begriffe wie Maltodextrin, Glukosesirup und Karamellzucker achten.
  • Bio-Siegel bevorzugen: Bio-Zertifizierungen minimieren das Risiko von Pestizidrückständen erheblich.

💡 Achten Sie beim nächsten Einkauf genau auf die Rückseite der Verpackung statt auf Werbeversprechen.

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