GLS-Kunden im Visier: Betrüger fordern 6,99 Euro für angebliche Paketzustellung
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Betrüger nutzen gefälschte Benachrichtigungen von Paketdiensten für den Diebstahl sensibler Zahlungsdaten.
Kriminelle versuchen derzeit mit gefälschten E-Mails im Namen des Logistikdienstleisters GLS an sensible Bezahldaten zu gelangen. Unter dem Vorwand einer notwendigen Neuplanung der Paketzustellung verlangen die Täter eine angebliche Gebühr von 6,99 Euro.
Wie das Faktencheck-Portal Mimikama berichtet, führt der in der Mail enthaltene Link direkt auf betrügerische Zahlungsseiten. Die Nachrichten setzen Empfänger mit Betreffzeilen wie „Aktion erforderlich“ gezielt unter Druck.
Gefälschte Zustellung: So läuft die Masche über 6,99 Euro
Die E-Mails nennen zwar die korrekte Adresse des Empfängers, bleiben bei konkreten Details zur Sendung jedoch vage. Als Absender dient eine gefälschte Adresse mit der Domain „startbol.com“, die in keiner Verbindung zu GLS steht.
Nach dem Klick auf den hinterlegten Link werden Nutzer über verschiedene Weiterleitungen geführt. Zunächst verlangt das Formular persönliche Angaben wie Name, Wohnanschrift und Telefonnummer.
Verdächtige Domains und bekannte Sendungsnummern
Im nächsten Schritt fordern die Betrüger die vollständige Kreditkartennummer samt Ablaufdatum und Prüfziffer (CVC). Die dabei genutzten Webadressen lauten unter anderem „dailycloseofferhub.sbs“ oder „stargames.site“.

In den Schreiben taucht zudem die Sendungsnummer „DEU984652POSTA“ auf, die Sicherheitsforschern bereits aus früheren Phishing-Wellen bekannt ist. Eine gesetzte Frist von 48 Stunden soll schnelle Zahlungen ohne vorherige Prüfung erzwingen.
Phishing und Smishing: BSI warnt vor wachsender Gefahr
Gefälschte Benachrichtigungen von Paketdiensten und Online-Händlern gehören zu den häufigsten Betrugsmethoden im Netz. Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) handelt es sich bei etwa jeder dritten unerwünschten E-Mail um einen Phishing-Versuch.
Rund 62 Prozent der Internetnutzer in Deutschland haben laut BSI-Erhebungen bereits bewusst betrügerische Nachrichten erhalten. Neben E-Mails nutzen Angreifer vermehrt auch SMS und Messenger-Dienste, um mit angeblichen Zustellproblemen oder offenen Gebühren Schadsoftware zu verbreiten oder Kontodaten abzugreifen.
