Glücksgefühle-Festival: Eklat um Auftrittsverbot für Alphaville nach AfD-Kritik
Aktuelle News
Sänger Marian Gold wehrte sich gegen die geforderte Neutralität auf der Festivalbühne.
Der geplante Auftritt der Synthie-Pop-Band Alphaville auf dem „Glücksgefühle“-Festival am Hockenheimring findet nicht statt. Veranstalter Markus Krampe strich die Band um Frontmann Marian Gold (72) kurzfristig aus dem Programm.
Hintergrund der Absage ist ein Streit über politische Statements auf der Bühne. Die Band sollte am Freitagnachmittag auf der „Dopamine Stage“ auftreten.
Streit über Bühnenansagen gegen Rechts
Bereits bei einem früheren 80er-Jahre-Event desselben Veranstalters hatte sich Sänger Marian Gold vor dem Song „Carry Your Flag“ deutlich gegen rechtsradikale Tendenzen und die AfD positioniert. Zuvor untersagte die Band der Partei bereits die Nutzung ihres Kulthits „Forever Young“.
Veranstalter Krampe forderte daraufhin eine Zusicherung, dass solche Äußerungen beim „Glücksgefühle“-Festival unterbleiben. Als Alphaville dies ablehnten, folgte die Ausladung.

Sänger Marian Gold von Alphaville bei einem Live-Konzert.
Marian Gold bezeichnete den Schritt öffentlich als „Maulkorberlass“. Eine derartige Einschränkung der Kunst- und Meinungsfreiheit auf einem großen Popfestival sei untragbar und ein feindseliger Akt.

Veranstalter Markus Krampe hält dagegen: Das Festival sei grundsätzlich unpolitisch, unabhängig von der jeweiligen Richtung. Man wolle die Bühne ausschließlich für Musik reservieren und mache vom Hausrecht Gebrauch.
Widerstand im Festival-Line-up
Die Entscheidung löste breite Kritik bei Fans und Musikern aus. Zahlreiche Künstler im aktuellen Festival-Line-up gelten als explizit politisch engagiert.
Solidarität der Musikszene
Die Toten Hosen holten Marian Gold am Mittwochabend bei ihrem Konzert in Münster spontan auf die Bühne. Frontmann Campino nannte die Ausladung für eine Haltung gegen Rechts und für die Demokratie absurd.
Auch andere gebuchte Acts kündigten Reaktionen an. Mateo von Culcha Candela versprach via Social Media, die Haltung der Band gegen Rechts auf der Hockenheim-Bühne nun noch lauter als gewohnt zu artikulieren.
