Goldpreis legt im August über 15 Prozent zu: Warum die Notenbank-Rede jetzt alles entscheidet
Aktuelle News
Der Goldpreis steuert auf den stärksten Monatsgewinn seit September 1999 zu.
Der Goldpreis hat am Dienstag den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten markiert. In der Spitze stieg die Feinunze (31,1 Gramm) auf 4.677,19 US-Dollar, während die entsprechenden Futures um 0,5 Prozent auf 4.720,30 US-Dollar anzogen.
Allein im laufenden August summiert sich das Kursplus auf mehr als 15 Prozent. Nach Einschätzung der United Overseas Bank (UOB) steuert das Edelmetall damit auf den stärksten Monatsgewinn seit September 1999 zu.
Zwei treibende Kräfte hinter der Rallye
Für den jüngsten Preisschub sorgt vor allem ein geldpolitischer Doppeleffekt. Der US-Dollar-Index hat im August bisher 0,8 Prozent nachgegeben, was den Kauf von in Dollar notiertem Gold für Investoren aus anderen Währungsräumen spürbar verbilligt.
Sinkende Renditen verringern Opportunitätskosten
Parallel dazu dämpfen Rückkaufprogramme des US-Finanzministeriums den Zinsdruck bei Staatsanleihen. Die Renditen sanken im Monatsvergleich um drei Basispunkte.
Niedrigere Anleiherenditen mindern die Opportunitätskosten für Anleger, da physisches Gold selbst keine Zinsen abwirft.

Jackson Hole wird zur Richtungsentscheidung
Die Aufmerksamkeit der Märkte verlagert sich nun vollständig auf neue US-Inflationsdaten und das anstehende Notenbank-Symposium in Jackson Hole vom 27. bis 29. August. Im Fokus steht der Auftritt von US-Notenbankchef Kevin Warsh.
Laut Analysten der Großbank Citi könnte eine betont straffe Haltung der Federal Reserve die aktuelle Rallye abrupt abwürgen. Ein unerwartet lockerer Zinskurs gälte dagegen als extrem kurstreibend.
Ein dovishes Signal würde nicht nur Zinssenkungserwartungen verstärken, sondern auch Sorgen um die Tragfähigkeit der US-Staatsschulden und die Unabhängigkeit der Notenbank schüren. Dieser Trend erfasst bereits andere Edelmetalle: Auch der Silberpreis legte zuletzt um 0,4 Prozent auf 69,19 US-Dollar zu.
