Großstudie mit 100.000 Teilnehmern: Gehtempo senkt Sterberisiko effektiver als 10.000 Schritte
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Eine Frau läuft barfuß am Strand entlang der Wasserlinie.
Täglich 10.000 Schritte zu absolvieren galt lange als universelle Richtschnur für die körperliche Fitness. Eine Forschungsarbeit im Fachmagazin British Journal of Sports Medicine zeigt nun, dass das Tempo bei der Fortbewegung oft einen größeren Einfluss auf die Lebenserwartung hat als die reine Streckenlänge.
Eine lächelnde Frau mittleren Alters in Jeans und gestreiftem Hoodie läuft barfuß am Strand entlang der Wasserlinie. Der Himmel ist blau, das Meer ruhig.
Auswertung von 100.000 Bewegungsprofilen
Ein Forschungsteam der Monash University und der Universität Sydney analysierte dafür die Daten der britischen Biobank. Rund 100.000 Probanden im mittleren Alter trugen eine Woche lang Beschleunigungssensoren, bevor ihr Gesundheitszustand über einen Zeitraum von rund acht Jahren hinweg nachverfolgt wurde.
Die Probanden wurden in vier Kategorien unterteilt: unter 5.000 Schritte, 5.000 bis 7.500 Schritte, 7.500 bis 10.000 Schritte sowie über 10.000 Schritte am Tag.
Tempo schlägt reine Distanz
Wer mit einer Frequenz von mindestens 80 Schritten pro Minute zügig ging, senkte sein Sterberisiko in vergleichbarem Maße wie Personen, die bei einem langsamen Tempo von rund 60 Schritten zwischen 5.000 und 7.500 Schritte zurücklegten.
„Jeder Schritt zählt – und einige schnellere Schritte könnten noch wirksamer sein“, betont Emily McGrath von der British Heart Foundation. Kürzere, intensive Spaziergänge bieten somit ein ähnliches Präventionspotenzial gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie lange, langsame Einheiten.
Der Wendepunkt bei der Schrittzahl
Das niedrigste Sterberisiko verzeichnete die Studie bei Teilnehmern, die sich im Bereich zwischen 7.500 und 10.000 Schritten pro Tag bewegten. Bei Werten oberhalb von 10.000 Schritten flachte der zusätzliche gesundheitliche Nutzen deutlich ab.
Bereits ein täglich absolvierter, zügiger Gang von mindestens 30 Minuten Dauer reicht aus, um das Sterberisiko signifikant zu senken – selbst wenn das Tagespensum unter der Marke von 7.500 Schritten bleibt. Eine flexible Kombination aus individuellem Schritttempo und erreichbarer Schrittmenge liefert insbesondere bei Zeitmangel oder Bewegungseinschränkungen eine wissenschaftlich fundierte Alternative zu starren Distanzvorgaben.

