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Großversuch mit Nexa 95: BMW und Toyota testen Biokraftstoff im Realbetrieb

Symbolbild für ein Fahrzeug-Pilotprojekt mit alternativen Kraftstoffen Aktuelle News

BMW und Toyota erproben gemeinsam mit Bosch und Repsol den Einsatz von erneuerbarem Benzin.

Pilotprojekt: Verbrenner laufen mit „Nexa 95“

Seit Anfang Juli setzen BMW und Toyota ein deutliches Zeichen für die Zukunft von Verbrennungsmotoren. In einem auf sechs Monate angelegten Pilotprojekt betreiben die Hersteller rund 20 Fahrzeuge ausschließlich mit dem Biokraftstoff „Nexa 95“ des spanischen Energiekonzerns Repsol.

Das Besondere: Die Fahrzeuge benötigen für den Betrieb mit diesem erneuerbaren Kraftstoff keinerlei technische Modifikationen. Der Test findet unter realen Bedingungen statt und soll klären, ob sich Versorgung und Verbrauch einer solchen Flotte zuverlässig dokumentieren lassen.

Biokraftstoff statt E-Fuel

Nexa 95 ist kein synthetisch hergestellter E-Fuel. Während E-Fuels auf Basis von Strom, Wasserstoff und abgeschiedenem CO₂ produziert werden, basiert Nexa 95 auf biogenen Rohstoffen. Laut Repsol kommen dafür organische Reststoffe aus der Land- und Forstwirtschaft sowie gebrauchte Speiseöle zum Einsatz.

Der Kraftstoff verfügt über 95 Oktan und erfüllt die europäische Benzinnorm EN 228. Dadurch ist er prinzipiell mit bestehenden Benzinmotoren kompatibel und könnte über herkömmliche Tankstellen vertrieben werden. Eine genaue Zusammensetzung des Rohstoffmixes hält der Hersteller jedoch unter Verschluss.

Digitale Kontrolle per „Digital Fuel Twin“

Damit der Versuch wissenschaftlich belastbar bleibt, setzt Bosch ein spezielles Überwachungssystem ein. Das „Digital Fuel Twin“ bündelt Daten aus den Fahrzeugen, von den Tankstellen und den genutzten Tankkarten.

Großversuch mit Nexa 95: BMW und Toyota testen Biokraftstoff im Realbetrieb

Dieses System erlaubt eine lückenlose Nachvollziehbarkeit: Es dokumentiert exakt, welches Fahrzeug zu welchem Zeitpunkt mit welcher Menge des erneuerbaren Benzins betankt wurde. Damit stellen die Projektpartner sicher, dass die Testfahrzeuge während des gesamten Zeitraums ausschließlich mit Nexa 95 betrieben werden.

CO₂-Bilanz und die Debatte um die Zukunft

Repsol beziffert die Netto-CO₂-Einsparung von Nexa 95 auf über 70 Prozent im Vergleich zu fossilem Benzin. Diese Angabe bezieht sich auf den gesamten Lebenszyklus – von der Rohstoffgewinnung bis zur Verbrennung. Am Auspuff selbst entstehen weiterhin Emissionen, da es sich um einen Verbrennungsprozess handelt.

Die Branche hofft, mit dem Pilotprojekt auch politische Signale zu setzen. Derzeit plant die EU für die Zeit ab 2035 eine drastische Reduzierung der CO₂-Grenzwerte für Neuwagen. BMW, Toyota, Bosch und Repsol drängen darauf, erneuerbare Kraftstoffe als Teil der Lösung für die Dekarbonisierung des Individualverkehrs stärker zu berücksichtigen.

Ob solche Biokraftstoffe jedoch in den für Millionen Autos notwendigen Mengen nachhaltig produziert werden können, bleibt in Fachkreisen umstritten. Zudem sind die Verfügbarkeit und die hohen Herstellungskosten für private Nutzer derzeit die größten Hürden für eine breite Markteinführung.