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Halbe Million Kilometer im Ford Mondeo: Ist dieser Dauerläufer noch zu retten?

Ein Ford Mondeo Kombi auf der Straße. Aktuelle News

Der Ford Mondeo von Michiel Bierman hat fast 500.000 Kilometer auf dem Tacho.

Fast eine halbe Million Kilometer auf dem Tacho: Was für viele Autos das Ende bedeutet, ist für den Ford Mondeo 2.0 TDCi des Niederländers Michiel Bierman Alltag. Der 51-Jährige erwarb den Diesel im Jahr 2018 mit einem Stand von etwa 191.000 Kilometern und nutzt ihn seitdem intensiv als Familienfahrzeug sowie für weite Pendelstrecken.

Besonders die Effizienz überzeugt den Besitzer: „Im Urlaub fahre ich mit einer Tankfüllung fast 1.300 Kilometer“, berichtet Bierman. Doch während der Antrieb glänzt, hinterlassen die Jahre ihre Spuren am restlichen Fahrzeug.

Motor hält, Fahrwerk schwächelt

Technisch zeigt sich der Mondeo überraschend robust. Laut einem Langzeitcheck läuft der Dieselmotor noch immer einwandfrei und verbraucht kaum Öl. Selbst der erste Turbolader ist laut Bierman noch im Einsatz, und auch das Getriebe macht bisher keine Anstalten aufzugeben.

Nach vielen Kilometern liegt die größte Baustelle des Ford nicht im Motor, sondern im Fahrwerk. (Symbolfoto)
Ein Ford Mondeo Kombi als Symbolbild für den Langstreckenbetrieb.

Doch der hohe Kilometerstand blieb nicht folgenlos. Die Wartungsliste ist lang: Zweimal wurde die Kupplung gewechselt, dazu kamen das Lenkgetriebe, die Lichtmaschine, Stoßdämpfer und diverse weitere Fahrwerkskomponenten. Reparaturen sind bei diesem Pensum unvermeidbar.

Halbe Million Kilometer im Ford Mondeo: Ist dieser Dauerläufer noch zu retten?

Die Kostenfrage bei alten Dieseln

Für Bierman stellt sich nun die wirtschaftliche Grundsatzfrage: Lohnt sich die weitere Instandsetzung? Bisher kalkulierte er mit etwa 2.000 Euro Wartungskosten pro Jahr. Während er bei einem Defekt an Motor oder Getriebe den Schlussstrich ziehen würde, wägt er bei den aktuellen Fahrwerksproblemen noch genau ab.

Wann sich eine Reparatur noch lohnt

Ein hoher Kilometerstand ist laut ADAC keineswegs ein automatisches Todesurteil für ein Fahrzeug. Oft stehen Langstreckenfahrzeuge technisch besser da als Kurzstreckenautos, die unter häufigen Kaltstarts leiden. Ausschlaggebend sind immer die lückenlose Wartungshistorie und der allgemeine Pflegezustand.

Als Faustregel gilt: Wenn die anstehenden Reparaturkosten etwa die Hälfte des aktuellen Marktwertes nicht überschreiten, kann sich die Investition lohnen. Voraussetzung ist jedoch, dass keine weiteren gravierenden Mängel unmittelbar bevorstehen. Bei Biermans Ford Mondeo bleibt die Entscheidung eine Gratwanderung zwischen der Zuverlässigkeit des Antriebs und dem Verschleiß des Fahrwerks.