Heizperiode startet: Ab welcher Temperatur die Heizung laufen sollte – und welcher Fehler 140 Euro kostet
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Die richtige Einstellung des Thermostats schützt vor Schimmel und senkt die jährlichen Heizkosten spürbar.
Sobald die Temperaturen im Herbst fallen, stellt sich die Frage nach dem idealen Zeitpunkt für den Heizstart: Als bewährte Orientierung gilt eine Raumtemperatur von etwa 15 Grad, ab der Wohnräume nicht weiter auskühlen sollten, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden. Wer das Thermostat dabei dauerhaft um nur ein Grad absenkt – beispielsweise von 22 auf 21 Grad –, spart laut Berechnungen von Energieexperten bereits rund 140 Euro an Heizkosten pro Jahr ein.
Das rechtzeitige Einschalten verhindert, dass Wände komplett auskühlen. Ein Wiederaufheizen völlig ausgekühlter Räume benötigt deutlich mehr Energie als das Halten eines soliden Grundniveaus. Doch neben der Gradzahl entscheidet vor allem die richtige Vorbereitung der Heizkörper und Thermostate darüber, ob die Wärme auch effizient im Raum ankommt.
Der richtige Zeitpunkt: Ab wann das Einschalten notwendig ist

Die Heizperiode Außentemperatur zwingt Haus- und Wohnungsbesitzer jedes Jahr zu einer individuellen Abwägung. Während schlecht gedämmte Altbauten bereits bei Außentemperaturen unter 16 bis 17 Grad Unterstützung benötigen, halten moderne Effizienzhäuser die Wärme oft bis zu einem Absinken auf 12 Grad im Freien ohne aktives Heizen. Als absolute Untergrenze in Innenräumen gilt der Richtwert von 15 Grad.
Wird dieser Wert unterschritten, drohen handfeste Probleme mit der Bausubstanz. Trifft die unvermeidbare Feuchtigkeit aus Kochen, Duschen oder Atmen auf kalte Außenwände und Fenster, entsteht Kondenswasser. Dies bildet den idealen Nährboden für Schimmelpilze, weshalb ein zu langes Hinauszögern des Heizstarts teure Folgeschäden verursachen kann.
Der Thermostat-Standort: Teure Messfehler vermeiden
Viele Haushalte heizen unbemerkt zu viel, weil die Temperaturmessung verfälscht wird. Ein Thermostat regelt das Ventil stets anhand der Wärme in seiner direkten Umgebung. Wird dieser Bereich durch äußere Einflüsse gestört, arbeitet die Heizanlage ineffizient.
„Ihr Thermostat kann nur die Temperatur dort messen, wo er sich befindet. Stellen Sie ihn neben eine zugige Tür, und er könnte weiter Wärme anfordern, obwohl das Wohnzimmer bereits angenehm warm ist.“ – Adam Knight, leitender Ingenieur beim Heizungsunternehmen BOXT
Das gleiche Problem entsteht im umgekehrten Fall: Fällt direkte Sonneneinstrahlung auf den Messfühler oder befindet sich ein Raumthermostat direkt neben einer warmen Lampe, schaltet die Heizung ab, obwohl der restliche Raum noch kalt ist. Eine freie Luftzirkulation ohne störende Vorhänge oder Möbel vor dem Heizkörper ist daher grundlegend.
Vier Wartungsschritte vor dem ersten Aufdrehen

Vor dem Start in den Herbst reichen wenige gezielte Handgriffe aus, um das Heizsystem optimal einzustellen und bares Geld zu sparen:
- Heizkörper gründlich entstauben: Staubschichten zwischen den Lamellen behindern die Wärmeabgabe massiv. Mit speziellen Bürsten, Mikrofaser-Staubwedeln oder einem herkömmlichen Haartrockner lassen sich auch engste Zwischenräume reinigen.
- Luft aus den Leitungen lassen: Gluckert der Heizkörper oder wird er nur im unteren Bereich warm, muss er entlüftet werden. Ein anschließender Test stellt sicher, dass sich das heiße Wasser wieder gleichmäßig verteilt.
- Zugluftquellen konsequent abdichten: Durch undichte Fenster und Türen entweicht kontinuierlich Wärme. Das Beheben dieser Schwachstellen kann Schätzungen zufolge zusätzliche 47 Euro pro Jahr einsparen.
- Heizungs-Timer programmieren: Zeitschaltuhren stellen sicher, dass die Anlage primär dann auf voller Leistung läuft, wenn tatsächlich Personen anwesend sind.
Mythos: Nasse Wäsche auf dem Heizkörper spart Trocknerstrom
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist das Trocknen nasser Kleidung direkt auf den warmen Heizkörpern. Dadurch wird nicht nur die Wärmeabgabe in den Raum blockiert, sondern die Feuchtigkeit wird schlagartig an die Raumluft abgegeben. Ohne sofortiges Stoßlüften setzt sich das Wasser an den kältesten Wandstellen ab. Wäsche gehört daher auf einen separaten Ständer im gut belüfteten Raum.
| Optimierungsmaßnahme | Möglicher Einspareffekt & Nutzen |
|---|---|
| Absenkung Raumtemperatur um 1 °C | Rund 140 Euro Ersparnis pro Jahr |
| Abdichten von Fenstern und Türen | Etwa 47 Euro Ersparnis pro Jahr |
| Reinigung der Heizkörper-Lamellen | Optimale Wärmeabgabe ohne Wärmestau |
| Entlüften der Heizkörper | Gleichmäßige Wärmeverteilung im Raum |
| Anpassung der Vorlauftemperatur | Reduzierter Grundverbrauch der Gesamtanlage |
Bei vielen Heizungsanlagen lässt sich ergänzend die Vorlauftemperatur des Wassers senken, da viele Systeme ab Werk höher als notwendig eingestellt sind. Bei Anlagen mit integriertem Warmwasserspeicher ist jedoch Vorsicht geboten: Hier darf die Temperatur nicht zu stark reduziert werden, damit das Brauchwasser ausreichend erhitzt bleibt.
💡 Mit einfachen Maßnahmen wie dem Entlüften, Entstauben und einer moderaten Anpassung der Raumtemperatur lässt sich die Effizienz des eigenen Zuhauses deutlich steigern.
🔍 Kontrollieren Sie vor dem ersten Frost vor allem den Sitz und die Messbedingungen Ihrer Thermostate, um unnötige Mehrkosten von Beginn an zu vermeiden.
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