Heizung entlüften: 8 typische Fehler, die Energie und Geld kosten
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Katharina Regenthal
Wer beim Heizung entlüften die typischen Fehler nicht beachtet, riskiert ungleichmäßig warme Räume, gluckernde Rohre und unnötigen Energieverlust. Befindet sich Luft im System, erwärmt sich diese anstelle des Heizungswassers, wodurch der Heizkörper die notwendige Leistung nicht erbringen kann.
Um maximale Effizienz zu erzielen, kommt es auf die richtige Technik und Vorbereitung an. Viele Haushalte drehen lediglich das Ventil auf, ohne die grundlegenden Bedingungen des Rohrnetzes zu berücksichtigen. Dabei spielen die Umwälzpumpe, die Thermostatstellung und der Anlagendruck eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Maßnahme.

Katharina Regenthal
Die Vorbereitung: Umwälzpumpe und Wartezeiten beachten
Ein weit verbreiteter Irrtum besteht darin, sofort mit dem Entlüftungsschlüssel anzusetzen, während das System unter vollem Betriebsdruck zirkuliert. Eigentümer von Ein- oder Mehrfamilienhäusern sollten vorab die Umwälzpumpe abstellen. Läuft die Pumpe weiter, reißt der Wasserstrom Luftblasen mit, wodurch sich diese nicht zuverlässig am oberen Entlüftungsventil sammeln können.
„Das Abschalten der Umwälzpumpe ist nicht unbedingt notwendig. Wenn die Pumpe noch läuft, werden Luftblasen mit dem Wasserstrom mitgerissen und können nicht abgelüftet werden. Bei abgeschalteter Pumpe ist es einfacher, die Luftblasen ‚vollständig‘ zu entfernen“, erklärt Dr. Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK).
Nach dem Abschalten der Pumpe empfiehlt sich eine Pause von mindestens 30 Minuten. In dieser Phase kühlt sehr heißes Heizungswasser ab, was das Risiko von Verbrühungen senkt. Zudem erhalten die im Rohrsystem verteilten Luftblasen die nötige Zeit, um sich in den Heizkörpern abzusetzen.
Die richtige Thermostatstellung und Reihenfolge
Häufig wird der Fehler gemacht, das Thermostatventil während des Vorgangs nur teilweise zu öffnen. Fachleute raten dazu, alle Ventile der betroffenen Heizkörper voll aufzudrehen. Nur bei vollständig geöffnetem Ventil können Luftblasen ungehindert aus den Zuleitungen in den Heizkörper aufsteigen.
Vorgehen nach Stockwerken
Für eine vollständige Entlüftung des gesamten Gebäudes ist die Reihenfolge der Heizkörper maßgeblich. Dr. Matthias Wagnitz vom ZVSHK rät dazu, nach dem Abschalten der Pumpe und dem Öffnen sämtlicher Ventile von unten nach oben vorzugehen. Auf diese Weise erhalten die Luftblasen ausreichend Zeit, in die oberen Etagen zu steigen.
Mieter, die keinen Zugang zur zentralen Heizungsanlage oder zu anderen Wohnungen haben, müssen sich daran jedoch nicht zwingend halten. Das gezielte Entlüften der eigenen Heizkörper behebt in den allermeisten Fällen bereits die akuten Gluckergeräusche und sorgt wieder für gleichmäßige Wärme.
Typische Fehlerquellen im Überblick
| Fehler | Mögliche Folge |
|---|---|
| Thermostat nur halb geöffnet | Luftblasen verbleiben in der Zuleitung |
| Keine Wartezeit nach Pumpenstopp | Verbrennungsgefahr und unvollständige Entlüftung |
| Ventil unkontrolliert aufgedreht | Wasserschäden an Wänden und Böden |
| Keine Druckkontrolle nach dem Vorgang | Druckabfall und erneuter Lufteintritt ins System |
| Eigenmächtiges Nachfüllen von Wasser | Schäden am Wärmetauscher und Gewährleistungsverlust |
Das Entlüftungsventil richtig bedienen
Direkt am Heizkörper entscheidet die Mechanik des Entlüftungsventils über einen sauberen Ablauf. Bei zahlreichen Modellen lässt sich die Austrittsöffnung drehen. Vor dem Lösen der Schraube sollte die Öffnung so ausgerichtet werden, dass austretendes Wasser direkt in einen Auffangbehälter fließt und nicht unkontrolliert Wände oder Teppiche beschädigt.
Das Ventil sollte behutsam geöffnet werden, bis das Zischen der entweichenden Luft hörbar ist. Sobald ein konstanter Wasserstrahl austritt, wird das Ventil sofort geschlossen. Dabei darf keine übermäßige Kraft angewendet werden, da ein zu fest angezogenes Ventil bei zukünftigen Arbeiten beschädigt werden oder klemmen kann.

Druckabfall und die Gefahr beim Nachfüllen
Jede Entlüftung entzieht dem Rohrnetz ein gewisses Volumen, wodurch der Anlagendruck sinkt. Zwar gleicht das interne Ausdehnungsgefäß einen Teil des Verlusts aus, doch dessen Kapazität ist begrenzt. Fällt der Betriebsdruck zu weit ab, gelangt über mikroskopische Undichtigkeiten erneut Luft in das System, was zu erneutem Gluckern führt.
Eigenheimbesitzer müssen daher den Druck am Manometer der Heizungsanlage kontrollieren, während Mieter bei anhaltenden Problemen den Hauswart oder die Hausverwaltung informieren sollten. Auf keinen Fall sollte ohne Rücksprache mit einem Fachbetrieb eigenmächtig Leitungswasser nachgefüllt werden.
„Eventuell muss entsalztes oder enthärtetes Wasser verwendet werden. Der ganze Nachfüllvorgang sollte einmal gezeigt werden, damit man weiß, was man machen muss. In extremen Fällen kann falsches Nachfüllen zu Gewährleistungsverlusten oder Schäden am Wärmetauscher führen“, warnt Wagnitz.
Schritt für Schritt richtig vorgehen
Um beim Heizung entlüften keine Schäden zu verursachen, empfiehlt sich ein strukturierter Ablauf:
- Umwälzpumpe der Heizungsanlage abschalten (sofern Zugang besteht).
- Thermostatventile aller Heizkörper vollständig aufdrehen.
- Mindestens 30 Minuten warten, damit sich die Luft sammelt und das Wasser abkühlt.
- Heizkörper stockwerkweise von unten nach oben entlüften.
- Ventil vorsichtig öffnen, bis Wasser austritt, und anschließend handfest schließen.
- Anlagendruck am Manometer kontrollieren und bei Bedarf durch eine Fachkraft nachfüllen lassen.
💡 Mit den passenden Handgriffen lassen sich kalte Räume und störende Fließgeräusche in der Heizperiode schnell beheben.
🔍 Wer auf Wartezeiten, die richtige Ventilausrichtung und den Anlagendruck achtet, schützt zudem die gesamte Haustechnik vor Schäden.
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die Website-Quelle: www.myhomebook.de
