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Heizung entlüften: Oben oder unten anfangen? Die richtige Reihenfolge spart sofort Energie und bares Geld

Heizkörper mit Entlüftungsschlüssel und Auffangbehälter beim Entlüften Ratgeber & Tipps

Mit einem einfachen Vierkantschlüssel lässt sich die Luft aus dem Heizsystem schnell und sauber entfernen.

Die Antwort auf die Frage, ob man beim Heizung entlüften oben oder unten anfangen soll, entscheidet sich am Standort der zentralen Heizanlage: Man beginnt stets bei dem Heizkörper, der der Heizanlage am nächsten ist, und arbeitet sich Schritt für Schritt von ihr weg. Befindet sich der Heizkessel im Keller eines Einfamilienhauses, startet die Entlüftung somit im Erdgeschoss und endet im obersten Stockwerk.

Wer diese Reihenfolge ignoriert, riskiert, dass verbleibende Luftpolster durch den Wasserkreislauf direkt wieder in bereits bearbeitete Heizkörper gedrückt werden. Ein gluckerndes Geräusch oder ungleichmäßig warme Heizkörper sind typische Warnzeichen dafür, dass das System wertvolle Energie verschwendet. Hausbesitzer und Mieter können die Maßnahme mit minimalem Werkzeugeinsatz eigenständig durchführen.

Die physikalische Logik: Warum die Entfernung zur Heizanlage zählt

Luft ist leichter als Wasser und steigt in geschlossenen Rohrsystemen naturgemäß nach oben. Dennoch drückt die Umwälzpumpe der Heizanlage das Wasser samt eingeschlossener Luftbläschen mit Druck durch die Steigleitungen. Beginnt man am heizkesselnächsten Punkt, wird das System systematisch vom Ursprung des Drucks an bereinigt.

„Man beginnt mit dem Entlüften immer bei dem Heizkörper, der sich am nächsten an der Heizanlage befindet und arbeitet sich dann von der Anlage weg“, erklärt Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor des Eigentümerverbands Haus & Grund Rheinland Ruhr.

Bei Etagenheizungen in Wohnungen startet man entsprechend an dem Heizkörper, der der Therme am nächsten liegt. Befindet sich die Heizanlage ausnahmsweise unter dem Dach (Dachheizzentrale), kehrt sich die räumliche Reihenfolge um: Hier wird folgerichtig ganz oben begonnen und nach unten hin gearbeitet.

Schritt für Schritt: So gelingt das Entlüften im Handumdrehen

Für die Durchführung im Einfamilienhaus oder in Mietwohnungen mit Gasetagenheizung wird lediglich ein handelsüblicher Vierkantschlüssel aus dem Baumarkt, ein saugfähiger Lappen sowie eine kleine Schüssel oder Tasse benötigt.

  1. Vorbereitung: Die Heizanlage zunächst abschalten, damit die Umwälzpumpe keine Luft durch das System wirbelt. Sämtliche Thermostate an den Heizkörpern voll aufdrehen und warten, bis die Heizkörper vollständig abgekühlt sind.
  2. Luft ablassen: Das Gefäß unter das Entlüftungsventil am oberen Rand des Heizkörpers halten. Das Ventil mit dem Vierkantschlüssel vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn um maximal eine Vierteldrehung aufdrehen.
  3. Ventil schließen: Zunächst entweicht die Luft mit einem deutlich hörbaren Zischen. Sobald ein gleichmäßiger Wasserstrahl austritt, das Ventil sofort wieder fest zudrehen.
  4. System aktivieren: Alle Thermostate auf Stufe 3 zurückstellen und die Heizanlage wieder in Betrieb nehmen.

Moderne Heizsysteme verfügen mitunter über automatische Entlüftungsventile. Diese besitzen oft ein Kunststoffrädchen, das sich manuell bedienen lässt, und schließen selbsttätig, sobald Wasser nachströmt.

Typische Fehler und ihre Folgen im Direktvergleich

Vorgehensweise Auswirkung auf das Heizsystem
Falsche Reihenfolge: Willkürlich oder weit entfernt anfangen Luftbläschen wandern nach und Heizkörper bleiben stellenweise kalt.
Richtige Reihenfolge: Nah an der Anlage beginnen und wegwandern Vollständige Entlüftung ohne wiederholte Luftansammlung im Kreislauf.
Ventil zu weit öffnen: Mehrere Umdrehungen aufdrehen Heizungswasser tritt unkontrolliert aus und verursacht Flecken.
Nachbereitung vergessen: Wasserdruck nicht prüfen Heizanlage verliert Druck und schaltet im schlimmsten Fall auf Störung.

Wichtig nach dem Entlüften: Wasserdruck und Kostenregelung prüfen

Nachdem die Luft aus allen Heizkörpern entwichen ist, sinkt das Gesamtvolumen im Wasserkreislauf. Daher ist die Kontrolle des Manometers an der Heizanlage ein unverzichtbarer Schritt. Liegt der Anlagendruck unter dem empfohlenen Sollwert, muss frisches Heizungswasser nachgefüllt werden. Die genauen Richtwerte und Anschlussschritte lassen sich der jeweiligen Betriebsanleitung entnehmen.

„Wenn der Vermieter einen Handwerker mit der Heizungswartung beauftragt, kann er die Kosten über die Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umlegen. Voraussetzung ist, dass es im Mietvertrag entsprechend vereinbart ist“, betont Walter Eilert, Landesverbandspräsident von Haus & Grund.

Sollten einzelne Heizkörper trotz sorgfältiger Entlüftung und korrektem Anlagendruck nach einigen Stunden weiter gluckern oder ungleichmäßig warm werden, empfiehlt sich die Hinzuziehung eines qualifizierten Heizungsinstallateurs zur weiteren Überprüfung.

💚 Haben Sie Ihre Heizung vor der kalten Jahreszeit bereits entlüftet?

📱 Leiten Sie diesen Ratgeber an Freunde oder Nachbarn weiter, damit auch sie ihre Heizkörper effizient und ohne böse Überraschungen auf die Saison vorbereiten können.

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