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Hellweg-Insolvenz: Nur 35 von 110 Baumärkten vor der Rettung – Obi greift zu

Obi übernimmt Standorte der insolventen Baumarkt-Kette Aktuelle News

Konkurrent Obi plant die Übernahme von bis zu zwölf Filialen der insolventen Baumarktkette.

Die insolvente Baumarktgruppe Hellweg und ihre Tochtergesellschaft BayWa Bau- & Gartenmärkte stehen vor dem endgültigen Aus. Für lediglich 35 der mehr als 110 Standorte zeichnet sich derzeit eine Rettung durch Investoren ab.

Die potenziellen Käufer beabsichtigen, die betroffenen Filialen mitsamt den jeweiligen Belegschaften fortzuführen. Einige Abschlüsse hängen noch von der Freigabe durch die Kartellbehörden oder abschließenden Verträgen mit Vermietern ab.

Markennamen verschwinden: Obi greift bei Filialen zu

Die etablierten Markennamen Hellweg und BayWa werden komplett aus dem Straßenbild verschwinden. Künftige Betreiber führen die Märkte unter eigener Flagge weiter.

Der Branchenriese Obi hat bereits angekündigt, bis zu zwölf Standorte von Hellweg und BayWa in das eigene Vertriebsnetz zu integrieren. Welche Investoren die restlichen geretteten Filialen übernehmen, ist bislang nicht öffentlich bekannt.

Obi übernimmt mindestens fünf Standorte der insolventen Baumarkt-Kette. (Symbolbild)
Obi übernimmt mehrere Standorte der insolventen Handelskette.

Diese 35 Standorte haben eine Zukunft

Für folgende Filialen stehen die Chancen auf eine Übernahme gut:

Hellweg-Märkte mit Perspektive

  • Beckum, Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße, Brandenburg, Dahlwitz-Hoppegarten, Dorsten
  • Dortmund-Hacheney, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Essen-Rellinghausen, Falkensee
  • Halberstadt, Iserlohn, Mechernich, Münster-Gievenbeck, Potsdam, Schmalkalden, Steinfurt

BayWa Bau & Gartenmärkte mit Perspektive

  • Backnang, Bad Tölz, Bad Urach, Balingen, Burghausen, Dillingen, Grafenau
  • Herrenberg, Murnau, Nördlingen, Pfarrkirchen, Poing, Schwabmünchen
  • Viechtach, Weil, Weinsberg, Wolfratshausen

Dutzenden Filialen droht das Aus bis Ende November

Für den Großteil des Filialnetzes gibt es bislang keine Lösung. Den Beschäftigten an den ungewissen Standorten wurde bereits vorsorglich gekündigt.

Der reguläre Abverkauf läuft vorerst weiter, während Verhandlungen mit weiteren Interessenten andauern. Findet sich kein Käufer, müssen die betroffenen Märkte voraussichtlich bis Ende November schließen. In einer Filiale arbeiten durchschnittlich 30 bis 35 Menschen.

Hellweg-Insolvenz: Nur 35 von 110 Baumärkten vor der Rettung – Obi greift zu

Bislang ohne Übernahmeangebot sind unter anderem die Hellweg-Standorte in Ahaus, Ahrensfelde-Blumberg, Arnstadt, Aschersleben, Bad Kissingen, Bad Nenndorf, Berlin-Biesdorf, Berlin-Köpenick, Bocholt, Bochum, Bonn-Beuel, Borken, Bünde, Chemnitz III, Delitzsch, Deulowitz-Guben, Dillenburg, Dortmund-Wambel, Dülmen, Ennepetal, Essen-Kettwig, Freiberg, Greiz, Gronau, Groß-Umstadt, Hamm, Hattingen, Kreuztal, Langenhagen, Leimbach (Bad Salzungen), Leipzig, Lüdenscheid, Lutherstadt Eisleben, Mettmann, Monheim, Nordhausen, Quedlinburg, Recklinghausen, Rheda-Wiedenbrück, Rodewisch, Schwielowsee, Selm, St. Augustin, Staßfurt, Stendal, Wolfenbüttel, Wuppertal, Zeitz und Zwickau.

Ebenfalls ohne Käufer dastehende BayWa-Märkte befinden sich in Bad Hersfeld, Bad Windsheim, Bindlach, Brackenheim, Diespeck, Dinkelsbühl, Ehrenkirchen, Freilassing, Fürth, Gaildorf, Günzburg, Gunzenhausen, Illertissen, Karlstadt, Kirchheim, Mering, Neuburg, Nürnberg, Passau, Reutlingen, Rothenburg, Schorndorf, Schrobenhausen, Simbach, Templin, Traunreut, Waldkirchen, Waldkraiburg und Würzburg.

Insolvenzverfahren am Amtsgericht Essen eröffnet

Hellweg und die Tochter BayWa hatten Mitte Juni 2026 ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Als Hauptursachen gelten Lieferengpässe, geopolitische Verunsicherung, Kaufzurückhaltung sowie drastisch gestiegene Miet- und Inflationskosten.

Das Amtsgericht Essen eröffnete das Insolvenzverfahren am 27. August und bestellte Rechtsanwalt Stefan Denkhaus zum Sachwalter. In den Firmenzentralen in Dortmund und Garching fallen rund 340 Stellen weg.

Hellweg beschäftigte zuletzt rund 2.900 Mitarbeiter mit Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen und Berlin. Bei der süddeutschen Tochter BayWa Bau- & Gartenmärkte arbeiten etwa 1.300 Personen. Hellweg hatte das Filialnetz 2012 vom BayWa-Konzern übernommen und den bekannten Markennamen seither in Lizenz weitergeführt.