Hinter dem „On-Off“-Narrativ: Die bittere Wahrheit über Hayden Panettiere und Brian Hickerson
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Die Schauspielerin Hayden Panettiere.
Ein trügerischer Begriff
Als bekannt wurde, dass Hayden Panettieres ehemaliger Partner Brian Hickerson anwesend war, als die Schauspielerin starb, griffen viele Medien reflexhaft zu einem bekannten Begriff: „On-off-Boyfriend“. Es ist eine Formulierung, die nach einer komplizierten, aber normalen Liebesgeschichte klingt – ein Hin und Her, das jeder kennt.
Doch dieser Begriff verharmlost eine Realität, die von Gewalt und emotionaler Abhängigkeit geprägt war. Eine Recherche der „New York Times“ zeichnet nun ein anderes Bild jener vermeintlich bloß schwierigen Beziehung.
Hayden Panettiere bei einer öffentlichen Veranstaltung.
Eine Chronik der Gewalt
Hickerson wurde wegen Gewalt gegen Panettiere verurteilt. Die Gerichtsakten belegen mehrere Vorfälle häuslicher Gewalt. Auch in ihren eigenen Memoiren beschrieb die Schauspielerin den schleichenden Prozess: „The slaps become hits“, schrieb sie – aus Ohrfeigen wurden Schläge. In einer Nacht wurde sie im Gesicht so schwer verletzt, dass sie für Wochen das Haus nicht verlassen konnte.
Das Umfeld der Schauspielerin versuchte über Jahre, Hickerson aus ihrem Leben zu drängen. Noch im März dieses Jahres engagierte Panettiere laut der „New York Times“ privaten Sicherheitsdienst, um sich vor ihm zu schützen. Dennoch sah man sie in den Wochen vor ihrem Tod wieder gemeinsam.
Die Psychologie der Bindung
Für Außenstehende ist die Rückkehr zu einem gewalttätigen Partner oft schwer zu begreifen. Doch die psychologische Forschung kennt diese Muster: Nach Phasen der Angst folgen Phasen der vermeintlichen Reue und Nähe. Es entsteht ein Kreislauf aus Gewalt, Reue und Hoffnung, der eine enorme emotionale Abhängigkeit schafft.

Panettiere beschrieb in ihren Memoiren, dass für sie nicht die Gewalt selbst am schlimmsten war, sondern die Vorstellung, allein zu sein. „What I never told them was that the abuse I’d endured didn’t feel as bad as the thought of being alone“, schrieb sie. Dieses Trauma führte dazu, dass sie bei der Person, die ihr Leid zufügte, Schutz und Bindung suchte.
Ein juristisches Nachspiel
Hickerson hat die Vorwürfe der Gewalt nie bestritten. In einem Interview mit „TMZ“ bezeichnete er die Schilderungen in den Memoiren als zutreffend und sprach davon, in einen „dark place“ geraten zu sein. Er gestand ein: „Terrible thing I did to her.“
Nach seiner Verurteilung verbüßte er eine 45-tägige Haftstrafe und durchlief Programme für Täter häuslicher Gewalt. Noch eine Woche vor Panettieres Tod lehnte die Staatsanwaltschaft einen Antrag ab, seine Verurteilungen von Verbrechen auf Vergehen herabstufen zu lassen – mit Verweis auf die „zahlreichen Vorfälle häuslicher Gewalt“.
Im Mai dieses Jahres beschrieb Panettiere die Dynamik in einem Podcast treffend: „Gewalttäter – sie verflechten sich wie Unkraut in dein Leben.“

