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Hitze-Mythos: Warum Sie sich nicht zum Trinken zwingen sollten

Eine Glas Wasser auf einem Tisch an einem heißen Sommertag. Aktuelle News

Auf das eigene Durstgefühl zu hören, gilt für gesunde Menschen als verlässlich.

Besonders im Sommer steigt das Risiko für einen Flüssigkeitsmangel. Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsprobleme oder trockene Schleimhäute sind typische Warnsignale des Körpers. Auch bei Kindern kann sich Dehydration durch eine verringerte Aktivität oder Lustlosigkeit äußern.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt bei Hitze einen vorsorglichen Ansatz: Alle ein bis zwei Stunden ein Glas Wasser (0,2 Liter) zu trinken – auch ohne akutes Durstgefühl. Doch nicht alle Experten teilen diese strikte Vorgabe.

Der eigene Körper als Maßstab

Die Ernährungswissenschaftlerin Violette Babocsay plädiert für einen weniger dogmatischen Umgang mit dem Thema. Sie rät davon ab, sich starr an pauschale Zeitpläne zu halten, wenn diese dem eigenen Körpergefühl widersprechen.

„Unser Körper ist erstaunlich gut konstruiert“, erklärt die Expertin. Das Durstgefühl tritt in der Regel ein, lange bevor es zu einer gefährlichen Dehydrierung kommt. Für gesunde Erwachsene ist dieses Signal daher ein äußerst zuverlässiger Indikator dafür, wann die Flüssigkeitsspeicher aufgefüllt werden müssen.

Hitze-Mythos: Warum Sie sich nicht zum Trinken zwingen sollten

Wann das Durstgefühl versagt

Es gibt jedoch wichtige Ausnahmen. Babocsay betont, dass ihre Empfehlung nicht universell auf jede Personengruppe anwendbar ist. Bestimmte Menschen sollten sich nicht allein auf ihr Durstgefühl verlassen:

  • Ältere Menschen: Mit zunehmendem Alter lässt das körpereigene Durstsignal häufig nach. Das Risiko für eine unbemerkte Dehydration steigt bei Hitzeperioden deutlich an.
  • Kinder: Kleinkinder können den eigenen Flüssigkeitsbedarf oft noch nicht sicher einschätzen und benötigen daher engmaschige Kontrolle.
  • Menschen mit Vorerkrankungen: Wer an chronischen Krankheiten leidet oder gesundheitlich eingeschränkt ist, sollte bei Hitze bewusst auf eine ausreichende Trinkmenge achten, selbst wenn der Durst ausbleibt.

In diesen Fällen ist Wachsamkeit geboten, da die physiologischen Warnsysteme nicht mehr mit der gleichen Präzision arbeiten wie bei einem gesunden, jungen Erwachsenen.