Hotel Adlon vor Verkauf: 75 Prozent der Fonds-Anleger müssen zustimmen
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Das Hotel Adlon am Brandenburger Tor steht vor einem möglichen Besitzerwechsel.
Das Berliner Luxushotel Adlon steht unmittelbar vor einer Richtungsentscheidung über seine Zukunft. Ob das Traditionshaus am Brandenburger Tor den Besitzer wechselt, hängt von den Zeichnern eines geschlossenen Immobilienfonds ab.
75-Prozent-Hürde für Fonds-Auflösung
Für den Verkauf ist eine qualifizierte Mehrheit erforderlich: Mindestens 75 Prozent der Anteilseigner des „Fundus-Fonds 31“ müssen der Auflösung des Konstrukts zustimmen. Der von der Jagdfeld-Gruppe verwaltete Fonds hält die Immobilie seit 30 Jahren.
Hintergrund der Verkaufspläne ist die Unzufriedenheit zahlreicher Investoren mit der bisherigen Rendite. Bei einer Ausschüttung von zuletzt rund 70 Prozent drängen viele Anleger nach drei Jahrzehnten auf einen Ausstieg.
Felix Adlon hofft auf Betreiber Kempinski
Felix Adlon, Ururenkel des Hotelgründers Lorenz Adlon, verfolgt das Verfahren als Außenstehender. Er plädiert dafür, dass die Hotelkette Kempinski, die das Fünf-Sterne-Haus seit der Neueröffnung betreibt, die Immobilie selbst übernimmt.
„Das wäre schön. Und falls es jemand anderes ist, hoffe ich, dass auch diese Käufer die Historie des Hauses zu ehren wissen“, betonte der Filmproduzent gegenüber dem Tagesspiegel. Die historische Bedeutung des Hauses reiche von kaiserlichen Empfängen bis hin zu weltbekannten Popkultur-Momenten.
Sorge vor Verlust des Traditionsnamens
Der Nachfahre warnt vor einer Verwässerung der Marke. Ein Namenswechsel wäre ein herber Schlag für das historische Ensemble am Pariser Platz.

Der Name Adlon besitze eine weltweite Strahlkraft, die vergleichbaren Häusern oft fehle. Viele internationale Gäste vermuteten hinter dem Haus noch immer ein reines Familienunternehmen.
Rechtliche Rückkehr der Familie ausgeschlossen
Ein direkter Einstieg der Familie steht nicht zur Debatte. Nach der Enteignung durch die Sowjetunion verhinderte die bundesdeutsche Rechtslage eine Rückgabe des früheren Vermögens an die Erben.
Zuletzt lehnte das Verwaltungsgericht Berlin im Dezember 2022 einen Antrag ab, das Rückübertragungsverfahren wieder aufzurollen. Felix Adlon zeigte sich von den Verkaufsplänen der Jagdfeld-Gruppe überrascht, da die Familie vorab nicht in die Pläne eingebunden war.
Im kommenden Jahr stehen zwei Jubiläen an: das 120-jährige Bestehen der Marke Adlon sowie das 30-jährige Jubiläum der Wiedereröffnung des heutigen Hotelgebäudes.
