HUK-E-Barometer 2026: Wechselquote zu gebrauchten E-Autos verdoppelt sich auf 12,0 Prozent
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Hohe Kraftstoffpreise beschleunigen in Deutschland den Wechsel zu gebrauchten Elektrofahrzeugen.
Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt für batterieelektrische Fahrzeuge verzeichnet eine deutliche Belebung. Laut dem aktuellen HUK-E-Barometer für das zweite Quartal 2026 ersetzt der Umstieg vom Verbrennungsmotor auf ein reines E-Auto zunehmend klassische Fahrzeugwechsel.
Im Bestand der HUK stieg der Anteil reiner Stromer bei privaten Fahrzeugwechseln auf 12,0 Prozent. Zu Jahresbeginn lag dieser Wert noch bei 6,3 Prozent.
Ausschlaggebend für dieses Wachstum ist vor allem der Gebrauchtwagensektor, der deutlich schneller zulegt als der Markt für Neuwagen.
Kraftstoffpreise als primärer Treiber
Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise seit Ausbruch des Iran-Kriegs beschleunigen diese Entwicklung erheblich. Gebrauchte Stromer bieten dabei den Vorteil der sofortigen Verfügbarkeit, wodurch lange Lieferzeiten von Neufahrzeugen entfallen.
Eine repräsentative HUK-Umfrage bestätigt diesen Trend: 24 Prozent der Führerscheinbesitzer gaben an, aufgrund der hohen Benzin- und Dieselpreise erstmals über einen Umstieg nachzudenken oder eine Anschaffung vorzuziehen.
Vielfahrer setzen auf den Gebrauchtmarkt
Besonders ausgeprägt ist der Wechsel bei Personen mit hoher jährlicher Fahrleistung. Wer mehr als 12.000 Kilometer pro Jahr zurücklegt, wechselt laut Datenbasis signifikant häufiger auf ein Elektroauto als Fahrer mit geringer Fahrleistung.

Markanter Unterschied zwischen Fahrleistungsklassen
Bei Vielfahrern beträgt die gesamte Umstiegsquote 14,7 Prozent, während sie bei Fahrern mit bis zu 6.000 Jahreskilometern bei lediglich 8,0 Prozent liegt.
Im Segment der Gebrauchtwagen ist die Differenz noch deutlicher: 10,7 Prozent der Vielfahrer ersetzen ihren Verbrenner durch ein gebrauchtes E-Auto. Bei Wenigfahrern liegt dieser Anteil bei nur 4,5 Prozent.
Markenverteilung und regionale Unterschiede
Während bei fabrikneuen E-Autos vor allem Tesla (12,2 Prozent im ersten Halbjahr 2026) sowie asiatische Hersteller wie BYD und Leapmotor Marktanteile gewinnen, behaupten sich auf dem Gebrauchtmarkt vor allem deutsche Traditionsmarken.
Der Volkswagen-Konzern führt das Gebrauchtsegment klar an: Volkswagen erreicht 17,1 Prozent aller Umstiege, gefolgt von Audi mit 6,8 Prozent, Škoda mit 5,0 Prozent und Cupra mit 3,0 Prozent.
Regional verzeichnen Schleswig-Holstein und Niedersachsen das höchste Bestandswachstum, während Sachsen und Berlin die geringste Dynamik aufweisen. Auf kommunaler Ebene stechen Stuttgart sowie die Landkreise Cloppenburg und Schweinfurt mit überdurchschnittlich hohen Wechselquoten hervor.
