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Hype am Col Rodella: Warum Hunderte für ein 4-Euro-Gebäck die Dolomiten stürmen

Die Friedrich-August-Hütte in den Dolomiten vor malerischer Bergkulisse. Aktuelle News

Die Friedrich-August-Hütte am Col Rodella zieht derzeit Massen an.

Ein Krapfen als Ziel

Auf 2300 Metern Höhe in den Dolomiten hat sich eine kuriose Warteschlange gebildet. Vor der Friedrich-August-Hütte am Col Rodella stehen Wanderer stundenlang an, nur um ein spezifisches Gebäck zu erstehen: die „bombolone alla crema“.

Die mit Creme oder Nutella gefüllten Krapfen kosten vier Euro. Der Andrang ist so groß, dass zahlreiche Wanderer weite Umwege in Kauf nehmen, nur um dieses Gebäck auf dem südlichen Rand der Langkofelgruppe zu probieren.

Der virale Auslöser

Der Hype ist hausgemacht. Ein Video, das die Hütte in den sozialen Medien aktiv bewarb, generierte innerhalb weniger Tage über eine Million Aufrufe. Inzwischen ist das Gebäck zu einem digitalen Statussymbol geworden.

Die Reaktionen auf den Ansturm sind gespalten. Während einige Besucher die Schlange geduldig abarbeiten, reagieren Beobachter im Netz fassungslos. Ein Nutzer kommentierte gar, er habe die Bilder der Menschenmenge zunächst für eine KI-Generierung gehalten.

Die Kehrseite: Massentourismus am Berg

Kritiker warnen, dass der Hype die sensible Bergwelt gefährdet. Alberto Gris, Präsident des Alpenvereins CAI in Belluno, beobachtet eine zunehmende Respektlosigkeit gegenüber der alpinen Umgebung.

Hype am Col Rodella: Warum Hunderte für ein 4-Euro-Gebäck die Dolomiten stürmen

„Es ist keine übertriebene Erzählung, sondern eine weit verbreitete, ziemlich ärgerliche Gleichgültigkeit“, so Gris. Viele Besucher würden die Fahrt in die Höhe lediglich auf sich nehmen, um ein Foto für ihre Social-Media-Kanäle zu machen.

Vom Schutzraum zur Partymeile

Die Situation in den Dolomiten ist ohnehin angespannt. Überfüllte Hütten und eine zunehmende Zweckentfremdung entlegener Schutzhütten sorgen für Konflikte zwischen Naturschutz und Massentourismus.

Berichte über Müllablagerungen und den Verbrauch von Notvorräten durch feiernde Touristen häufen sich. Was einst als Rückzugsort für Bergsteiger diente, entwickelt sich für viele Besucher zunehmend zu einer bloßen Kulisse für kurzlebige Online-Inhalte.