Ifo-Prognose springt auf 1,4 Prozent: Deutsche Wirtschaft wächst überraschend
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Das Münchner Ifo-Institut korrigiert die Konjunkturerwartungen für Deutschland spürbar nach oben.
Nach einer jahrelangen Durststrecke zeichnet sich für die deutsche Wirtschaft eine Trendwende ab. Mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumserwartungen für das Bruttoinlandsprodukt nach oben korrigiert.
Besonders deutlich fällt die Anpassung des Münchner Ifo-Instituts aus. Die Ökonomen erwarten für das laufende Jahr nun ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent, gefolgt von 1,2 Prozent im kommenden Jahr.
Noch im Frühjahr waren die Experten von deutlich schwächeren Werten ausgegangen: Damals lag die Prognose für das laufende Jahr bei lediglich 0,8 Prozent und für das Folgejahr bei 1,1 Prozent.
Ende der längsten Schwächephase seit Jahrzehnten
Seit der Corona-Pandemie verzeichnete Deutschland drei Jahre in Folge eine schrumpfende oder bestenfalls stagnierende Wirtschaftsleistung. Eine derart ausgedehnte Flaute gab es in der Bundesrepublik seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.
Während andere Industrienationen schneller wieder Tritt fassten, war die hiesige Lage von Werksschließungen, Stellenabbau in der Autoindustrie und Reallohnverlusten geprägt. Die aktuellen Daten deuten nun darauf hin, dass die Talsohle durchschritten ist.

Trotz internationaler Krisen zeigt sich die heimische Wirtschaft widerstandsfähiger als zuletzt angenommen. Belastungsfaktoren wie der Konflikt im Nahen Osten und die damit verbundenen Energiepreise wirken sich zwar weiterhin dämpfend aus, stoppen die Erholung derzeit aber nicht.
Wachstumsmotor Staatsausgaben
Der aktuelle Zuwachs speist sich zu einem erheblichen Teil aus staatlichen Investitionen. Vor allem Sonderausgaben für die Rüstungsindustrie sowie Gelder für marode Infrastruktur treiben die Zahlen nach oben.
Risiken durch Rekordverschuldung und Preisdruck
Finanziert werden diese Impulse größtenteils über neue Kredite. Die Bundesregierung nimmt dafür so hohe Schulden auf wie kaum eine Führung zuvor, was Fragen zur langfristigen Tragfähigkeit dieses schuldenfinanzierten Wachstums aufwirft.
Zudem bleibt unklar, wie sich die enormen Liquiditätsmengen auf die Teuerungsrate auswirken werden. Die Gefahr besteht, dass die ohnehin spürbare Inflation durch die massiven staatlichen Ausgaben erneut angeheizt wird.
