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Ihr Kaminofen könnte Sie den Versicherungsschutz kosten: Warum das bloße Fegen nicht ausreicht

Ein moderner Kaminofen in einem Wohnzimmer mit sichtbarem Edelstahl-Rauchrohr. Ratgeber & Tipps

Die technische Beschaffenheit des Rauchabzugs ist für Versicherer oft wichtiger als der Kehrnachweis.

Viele Hausbesitzer fühlen sich sicher, solange das jährliche Protokoll des Schornsteinfegers vorliegt. Doch ein seit 2006 installierter Kaminofen kann bei einem Brandfall zum finanziellen Desaster werden. Versicherungen prüfen im Schadensfall nicht nur die Sauberkeit, sondern vor allem die technische Konformität des Rauchabzugs.

Ein Dekret aus dem Jahr 2009 hat die rechtlichen Rahmenbedingungen grundlegend verschärft. Viele ältere Anlagen, die damals korrekt in gemauerten Schornsteinen installiert wurden, entsprechen heute nicht mehr dem Stand der Technik – ein Punkt, den viele Eigentümer ignorieren.

Warum das Dekret von 2009 alles änderte

Das Dekret n° 2009-649 markierte einen Wendepunkt für den Betrieb von Holzfeuerungsanlagen. Es verpflichtete Betreiber dazu, ihre Anlagen in einem technisch einwandfreien Zustand zu halten. Dies betrifft vor allem Schornsteine, in denen Kaminöfen oder Kamineinsätze betrieben werden.

Vor 2009 war es gängige Praxis, Kamine direkt an das gemauerte Mauerwerk anzuschließen. Was damals legal war, ist heute oft ein Sicherheitsrisiko. Wenn die baulichen Gegebenheiten nicht den aktuellen Normen entsprechen, kann dies die Versicherung dazu bewegen, die Leistung im Ernstfall zu verweigern.

Gemauerter Schornstein vs. Edelstahl-Rohr

Ein herkömmlicher gemauerter Schornstein ist meist für offene Kamine ausgelegt. Ein moderner Kaminofen erzeugt jedoch höhere Temperaturen und Drücke, für die alte Ziegelkonstruktionen oft nicht konzipiert sind.

Die Lösung ist ein sogenanntes „Rohr-in-Rohr“-System: Ein flexibler Edelstahleinsatz, der in den alten Schacht eingezogen wird. Er stellt die Dichtigkeit sicher, schützt das Mauerwerk vor Hitze und sorgt für den nötigen Auftrieb. Ohne diese Auskleidung erfüllen viele alte Installationen nicht die Anforderungen der technischen Richtlinien (entsprechend der geltenden Normen für Abgasanlagen).

Ihr Kaminofen könnte Sie den Versicherungsschutz kosten: Warum das bloße Fegen nicht ausreicht

So prüfen Sie den Status Ihrer Anlage

Sie müssen kein Experte sein, um festzustellen, ob Ihre Anlage sicher ist. Nutzen Sie diese drei Wege:

  • Sichtprüfung: Schauen Sie in den Feuerraum oder an die Anschlussstelle des Ofens. Ist dort ein glänzendes Edelstahlrohr sichtbar, das in den Schornstein führt?
  • Unterlagen sichten: Suchen Sie nach dem Abnahmeprotokoll oder der Rechnung des damaligen Einbaus. Ein Fachbetrieb muss eine Konformitätserklärung ausstellen, die bescheinigt, dass die Anlage den geltenden Normen entspricht.
  • Experten fragen: Fragen Sie Ihren Schornsteinfeger direkt bei der nächsten Inspektion. Er kann mit einem Blick oder mittels Kamerabefahrung beurteilen, ob der Schornstein „nackt“ gemauert oder fachgerecht ausgekleidet ist.

Das Zertifikat: Mehr als nur ein Stempel

Das Kehrprotokoll bescheinigt lediglich die Reinigung. Es ist jedoch kein technisches Sicherheitszertifikat für die Bausubstanz des Schornsteins. Wenn der Schornsteinfeger bei der Reinigung ein nicht ausgekleidetes Rohr unter einem Kamineinsatz bemerkt, ist er in der Regel dazu angehalten, diesen Mangel zu vermerken.

Im Schadensfall beginnt die Brandursachenermittlung der Versicherung meist mit einer Prüfung der Schornsteinintegrität. Stellt sich heraus, dass ein moderner Ofen an einem nicht dafür geeigneten, gemauerten Schacht betrieben wurde, ist die „Gefahrenvergrößerung“ oft der Grund für eine drastische Kürzung oder gar die komplette Verweigerung der Versicherungsleistung.

Handeln vor dem Ernstfall

Ein Kaminofen aus dem Jahr 2006 ist nicht per se illegal. Aber das Risiko, das von einem nicht ausgekleideten Schornstein ausgeht, liegt in Ihrer Verantwortung als Eigentümer. Die nachträgliche Auskleidung durch einen Fachbetrieb ist eine überschaubare Investition, die nicht nur den Versicherungsschutz sichert, sondern auch die Effizienz Ihres Ofens steigert.

Bewahren Sie nach einer solchen Sanierung unbedingt das neue Konformitätszertifikat auf. Es ist bei einer späteren Immobilienverkaufsprüfung genauso wichtig wie beim jährlichen Besuch Ihres Versicherers.