Inflation frisst Rentenpläne auf: Bei 3 Prozent Teuerung steigt ein 150.000-Euro-Sparziel auf 330.893 Euro
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Inflation frisst Rentenpläne auf: Bei 3 Prozent Teuerung steigt ein 150.000-Euro-Sparziel auf 330.893 Euro
Die vorläufige Inflationsrate in Deutschland liegt bei knapp drei Prozent. Vor allem teurere Energie infolge des Nahost-Konflikts und Engpässe an der Straße von Hormus treiben die Preise für Benzin, Diesel und Erdgas.
Für Verbraucher bedeutet diese Teuerung einen direkten Kaufkraftverlust. Bei einer Jahresinflation von drei Prozent lassen sich mit 100 Euro nach zwölf Monaten nur noch Waren kaufen, die heute rund 97 Euro kosten. Klettert die Teuerung auf fünf Prozent, schrumpft der reale Wert von 100 Euro im ersten Jahr um etwa 4,76 Euro.
Versteckter Gehaltsverlust und Renditedruck
Ein Gehalt, das nicht mit der Inflationsrate wächst, verliert real an Wert. Bei einem durchschnittlichen Bruttoeinkommen von 4.800 Euro im Monat entspricht eine Teuerungsrate von drei Prozent einem Kaufkraftverlust von rund 139 Euro monatlich.
Ohne Ertrag verliert auch liegendes Kapital kontinuierlich an Substanz. Eine Geldanlage muss nach Abzug von Gebühren und Steuern mindestens die aktuelle Inflationsrate als Rendite erwirtschaften, um das Vermögen real zu erhalten.
Der Hebel der Teuerung bei der Altersvorsorge
Bei der privaten Vorsorge dient oft die Rentenlücke als Maßstab – also die Differenz zwischen den gesetzlichen Bezügen und dem tatsächlichen Monatsbedarf im Ruhestand. Als Faustformel gilt: Zur Deckung der Lücke über 25 Jahre sollte zum Rentenstart etwa das 300-Fache des monatlichen Fehlbetrags vorhanden sein.
Fehlen monatlich 500 Euro, liegt der Kapitalbedarf bei heutigen Preisen bei 150.000 Euro. Steigen die Preise weiter, halbiert sich die Kaufkraft des Geldes bei zwei Prozent Inflation bis etwa 2060. Bei drei Prozent Teuerung geschieht dies bereits bis 2050, bei fünf Prozent schon im Jahr 2040.
Die Formel für die Ansparphase
Wer erst in einigen Jahren in den Ruhestand geht, muss das nominale Sparziel anpassen. Die Grundformel lautet:
Benötigte Summe = Vermögensziel × [(1 + Inflationsrate) hoch Jahre bis zur Rente]
Ein Arbeitnehmer mit Rentenbeginn im Jahr 2040 benötigt in 14 Jahren bei durchschnittlich drei Prozent Teuerung nicht mehr 150.000 Euro, sondern rund 227.000 Euro. Beim offiziellen Ziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent Teuerung liegt das Sparziel bei rund 198.000 Euro, bei einem Prozent wären es rund 172.000 Euro.
Kaufkraftverlust während des Ruhestands
Die klassische 300er-Regel setzt voraus, dass das Vermögen auch während der Auszahlungsphase eine Rendite auf Höhe der Inflation erzielt. Bleibt das Geld hingegen unverzinst liegen, greift die Inflation auch die monatliche Auszahlung über 25 Jahre hinweg an.
Um denselben Lebensstandard über die gesamte Rentenzeit zu halten, muss der kumulierte Preisanstieg einberechnet werden:
Benötigte Summe = Vermögensziel × [(1 + Inflationsrate) hoch Jahre bis zur Rente] × [((1 + Inflationsrate) hoch Auszahlungszeitraum – 1) ÷ (Inflationsrate × Auszahlungszeitraum)]
- Vermögensziel bei Rentenantritt 2040: 150.000 Euro × (1 + 0,03)14 = 226.888 Euro
- Kumulierter Preisanstieg über 25 Jahre: (1 + 0,03)25 – 1 = 1,0938
- Tatsächlicher Kapitalbedarf: 226.888 Euro × [1,0938 ÷ (0,03 × 25)] = 330.893 Euro
Wird die Teuerung während beider Phasen ohne Renditeausgleich berücksichtigt, steigt das notwendige Kapital von ursprünglich 150.000 Euro auf 330.893 Euro an. Bei einer dauerhaften Inflationsrate von zwei Prozent läge der ermittelte Gesamtbedarf bei etwa 254.000 Euro.
