Insolvenz bei Hellweg: 114 Baumärkte vor dem Aus – Bauhaus und Obi verhandeln über Übernahme
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Werkzeugangebot in den Gängen eines Baumarkts.
Nach dem Insolvenzantrag der Baumarktkette Hellweg im Juni steht das gesamte Filialnetz vor einer Zerschlagung. Da sich kein Käufer für den kompletten Konzern fand, verhandeln die Insolvenzverwalter nun mit mehreren Wettbewerbern über den Verkauf einzelner Standorte.
Werkzeug im Baumarkt.
Der Verbund umfasst bundesweit 114 Märkte. Neben den 68 Hellweg-Filialen gehören dazu auch 46 Standorte der Kette BayWa Bau & Garten, die Hellweg 2012 übernommen hatte. Als Gründe für die Schieflage nannte das Unternehmen inflationsbedingte Belastungen, gestiegene Mieten und eine branchenweit schwache Nachfrage.
Bauhaus, Obi und Hornbach bieten um Standorte
Wie das Branchenmagazin Lebensmittel Zeitung berichtet, haben mehrere Konkurrenten konkrete Angebote und Interessenbekundungen für Teilpakete eingereicht:
- Bauhaus: Der Marktführer zeigt vor allem an Berliner Hellweg-Standorten Interesse.
- Obi: Die Branchennummer zwei hat die Übernahme von bis zu zehn Filialen angemeldet.
- Hornbach: Gilt neben Bauhaus und Obi als weiterer aussichtsreicher Bieter im aktuellen Verfahren.
- Hagebau-Gesellschafter und Globus Baumarkt: Werden von Beobachtern eher in späteren Bieterphasen erwartet.
Die Rewe-Tochter Toom hält sich im laufenden Bieterverfahren bislang zurück. Da mehrere Interessenten teils auf dieselben Filialen bieten, zeichnet sich ein direkter Wettbewerb um die attraktivsten Standorte ab.
Die Dortmunder Baumarkt-Kette Hellweg hat Insolvenz angemeldet.
Auswirkungen auf Kunden und die Marke Hellweg
Für Verbraucher bedeutet der Eigentümerwechsel vor allem das Verschwinden der Marke Hellweg aus dem deutschen Einzelhandel. Viele Filialen dürften zwar als Baumärkte weitergeführt werden, künftig jedoch unter neuen Namen und mit veränderten Sortimenten.
Welche Standorte letztlich gerettet werden, hängt auch von laufenden Verhandlungen mit Vermietern über reduzierte Mietkonditionen ab. Endgültige Entscheidungen für einzelne Märkte werden erst in den kommenden Monaten erwartet.
Ungewissheit für die Belegschaft
Für die Mitarbeiter in den Filialen eröffnet das Interesse der Mitbewerber die Chance, vom jeweiligen Neuinhaber übernommen zu werden. Eine Garantie für einen lückenlosen Weiterbetrieb aller Standorte gibt es derzeit jedoch nicht.
Zentralen in Dortmund und Garching vor dem Aus
Klarheit herrscht hingegen über die Verwaltung: Die beiden Firmenzentralen in Dortmund und im oberbayerischen Garching sollen vollständig abgewickelt werden. Nach der Aufteilung des Filialnetzes entfällt der Bedarf an einer zentralen Konzernsteuerung, wovon rund 340 Beschäftigte betroffen sind.


