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Insolvenz bei Hellweg: Kampf der Baumarkt-Giganten um die besten Standorte

Bauhaus, Obi und Hornbach haben Angebote für zahlreiche Hellweg-Standorte abgegeben. Aktuelle News

Mehrere große Baumarktketten zeigen Interesse an einer Übernahme von Hellweg-Standorten.

Die Baumarktkette Hellweg wird in ihrer aktuellen Struktur nicht fortgeführt. Nachdem das Unternehmen Insolvenz anmelden musste, läuft derzeit der Prozess um die Zukunft der einzelnen Standorte.

Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, liegen den Gläubigern bereits konkrete Übernahmeangebote vor. Fast alle großen Akteure der deutschen DIY-Branche haben ihr Interesse bekundet, um sich Teile des bundesweiten Filialnetzes zu sichern.

Konkurrenz kämpft um Berliner Standorte

Besonders die Berliner Präsenz von Hellweg scheint für Wettbewerber attraktiv zu sein. Marktführer Bauhaus soll ein besonders hohes Gebot abgegeben haben, um sich den Zugriff auf diese Standorte zu sichern und Mitbewerber auszustechen.

Auch Obi signalisiert deutliches Interesse und hat laut Brancheninformationen bereits Ansprüche auf bis zu zehn Standorte angemeldet.

Bauhaus, Obi und Hornbach haben Angebote für zahlreiche Hellweg-Standorte abgegeben (Symbolbild)
Bauhaus, Obi und Hornbach haben Angebote für zahlreiche Hellweg-Standorte abgegeben.

Die aktuellen Angebote von Bauhaus, Obi und Hornbach decken in der ersten Phase jedoch deutlich weniger als die Hälfte der insgesamt 114 Hellweg-Märkte ab. Für die verbleibenden Standorte bleibt die Zukunft ungewiss.

Insolvenz bei Hellweg: Kampf der Baumarkt-Giganten um die besten Standorte

Mietkonditionen entscheiden über die Rettung

Andere Marktteilnehmer, wie etwa die Rewe-Tochter Toom, verhalten sich im aktuellen Verkaufsprozess noch zurückhaltend und fokussieren sich auf ihre interne Neuausrichtung. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Akteure wie Toom, Globus Baumarkt oder die Hagebau-Gruppe erst in späteren Phasen aktiv werden könnten.

Ein entscheidender Faktor bei der Übernahme unrentabler Standorte sind die Mietkonditionen. Viele dieser Märkte weisen einen hohen Sanierungsbedarf auf. Nur wenn die potenziellen Käufer mit den jeweiligen Hauseigentümern deutlich günstigere Pachten aushandeln können, wird eine Übernahme wirtschaftlich tragfähig.

Vom Nachholbedarf zur Marktsättigung

Die Krise von Hellweg fügt sich in die Historie eines hart umkämpften Sektors ein. Nach der Wiedervereinigung erlebte die deutsche Baumarktbranche einen beispiellosen Boom. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern stieg der Bedarf für Renovierungen und Neubauten sprunghaft an.

Zwischen 1990 und 1991 entstanden dort fast 180 neue Standorte. Doch das schnelle Wachstum führte bald zur Sättigung: Mitte der 1990er-Jahre gab es bundesweit bereits 2.840 Bau- und Heimwerkermärkte. Was als Expansionswelle begann, endete in einem intensiven Verdrängungswettbewerb, der bis heute anhält.