Irland-Reise: Donald Trump fordert Wiedervereinigung und löst diplomatischen Eklat aus
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Irland-Reise: Donald Trump fordert Wiedervereinigung und löst diplomatischen Eklat aus
US-Präsident Donald Trump hat während seines Aufenthalts in Irland mit beiläufigen Bemerkungen zur irischen Wiedervereinigung internationale Verärgerung ausgelöst. Bei einem Treffen mit dem irischen Premierminister Micheál Martin in Dublin erklärte Trump, er würde die Insel sehr gerne vereint sehen.
Da dieser Schritt ohnehin irgendwann bevorstehe, könne er auch sofort erfolgen. Bei einem weiteren Auftritt bekräftigte Trump seinen Vorstoß und bezeichnete einen Zusammenschluss von Nordirland und der Republik Irland als „ziemlich coole Sache“.
Demonstranten protestieren während des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in Irland.
Karfreitagsabkommen regelt Status von Nordirland
Die Grenze auf der irischen Insel geht auf den „Government of Ireland Act“ von 1921 zurück. Während der Süden 1949 zur Republik Irland wurde, verblieben sechs Grafschaften im Norden beim Vereinigten Königreich.
Das Karfreitagsabkommen von 1998 beendete den jahrzehntelangen blutigen Nordirlandkonflikt. Das Abkommen legt fest, dass ein Referendum über die staatliche Zugehörigkeit nur dann durch den britischen Nordirlandminister einberufen werden darf, wenn sich eine klare Mehrheit für eine Vereinigung abzeichnet.
US-Präsident Donald Trump sorgte mit Aussagen zur irischen Grenze für Debatten.
Scharfe Kritik aus London und Belfast
Der britische Nordirlandminister Chris Bryant reagierte auf der Plattform X und veröffentlichte Auszüge des historischen Friedensabkommens als Erinnerung an die Rechtslage. Die britische Wohnungsbauministerin Angela Rayner betonte gegenüber Sky News, die Regierung in London nehme das Karfreitagsabkommen weiterhin sehr ernst.
Gavin Robinson, Vorsitzender der pro-britischen Democratic Unionist Party (DUP), stellte klar, dass ausschließlich die Bevölkerung Nordirlands über ihre Zukunft entscheide – nicht Stimmen aus London, Dublin oder Washington. Zustimmung erhielt Trump hingegen von Sinn-Féin-Chefin Mary Lou McDonald, die seine Worte als „zeitgemäß“ einstufte.
Belastete Beziehungen zwischen Washington und London
Der britische Premierminister Andy Burnham unterstrich, dass ein Referendum über den Status Nordirlands nur bei einem klaren Konsens im Land infrage komme. Die Beziehungen zwischen der Regierung in London und dem Weißen Haus gelten bereits seit Längerem als angespannt.
Trump wies die Kritik an seinen Äußerungen zurück und argumentierte, Medienfragen zielten stets darauf ab, ihn aufs Glatteis zu führen. Seinen Kurzbesuch beendete er in seinem Golfresort im westirischen Doonbeg.


