Zum Inhalt springen
On Air Festival

Italien reformiert Bußgelder: Strafe für Fahren ohne Versicherung steigt auf 1.000 Euro

Streifenwagen der Carabinieri am Straßenrand in Italien Aktuelle News

Italien überarbeitet die Sanktionen im Straßenverkehr grundlegend.

Italiens Verkehrsministerium (MIT) hat eine umfassende Reform des nationalen Bußgeldkatalogs angestoßen. Die überarbeitete Sanktionstabelle wurde Branchenverbänden zur Abstimmung vorgelegt. Ziel ist eine Neuausrichtung der Strafen bei 795 erfassten Verkehrsverstößen.

Die geplante Reform bringt für Autofahrer ein zwiespältiges Bild: Während das allgemeine Strafniveau um rund sieben Prozent sinkt, werden 66 Verstöße gezielt und teils drastisch verteuert. Für die Mehrheit der Delikte sinken die Sätze hingegen ab.

Ein Auto der Carabinieri steht an der Seite. Die Brenner-Sperre sorgt für fast autofreie Straßen auf dem Alpenpass.
Ein Auto der Carabinieri steht an der Seite einer Straße auf dem Alpenpass.

Härtere Strafen für Fahren ohne Versicherung

Besonders hart geht das Ministerium gegen Fahrten ohne Kfz-Haftpflichtversicherung vor. Wer ohne den vorgeschriebenen Schutz erwischt wird, zahlt künftig 1.000 Euro statt bislang 866 Euro. Das Ministerium begründet den Schritt mit der hohen Gefährdung der Allgemeinheit.

Verbraucherschützern geht diese Anhebung jedoch nicht weit genug. Laut Daten der italienischen Motorisierungsbehörde sind von 47 Millionen zugelassenen Fahrzeugen rund neun Millionen ohne Pflichtversicherung unterwegs.

Antonio Tanza, Präsident des Verbraucherschutzverbands Adusbef, betont, dass unversicherte Fahrzeuge jährlich rund 25.000 Unfälle und Millionenschäden verursachen. Eine Erhöhung auf 1.000 Euro reiche laut Tanza nicht aus, um das Problem wirksam einzudämmen.

Neue Tatbestände für E-Scooter und Gehwege

Neben Anpassungen bestehender Sätze führt der Entwurf 85 völlig neue Tatbestände ein, was etwa elf Prozent des Gesamtkatalogs entspricht. Damit reagiert das Ministerium auf Lücken, die von den Kommunalpolizeien im Alltag gemeldet wurden.

Vorfahrt, Feuer und Gehweg-Verstöße

  • Vorfahrtsfehler: Wer beim Einbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren die Vorfahrt missachtet, zahlt künftig 80 Euro statt 42 Euro.
  • Feuer an Straßen: Das Entzünden eines Feuers in Straßennähe wird künftig mit bis zu 1.000 Euro geahndet – zuvor lag das Limit bei 250 Euro.
  • E-Scooter: Fahrer von E-Scootern, die Fußgänger behindern, müssen mit Strafen zwischen 40 und 160 Euro rechnen.
  • Zwei- und Dreiräder: Das unberechtigte Befahren von Gehwegen kostet ebenfalls zwischen 40 und 160 Euro.

Der überarbeitete Katalog befindet sich derzeit noch im Konsultationsprozess mit Verbänden und ist noch nicht final in Kraft getreten.