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Kekse aus PET-Flaschen: Forscher entwickeln essbare Proteine mit 6,5 von 9 Punkten

Plastikflaschen und mikrobielle Lebensmittel im Forschungslabor Aktuelle News

Ausgediente PET-Flaschen liefern den Kohlenstoff für neuartige Protein-Kekse.

Vom Müll zum Lebensmittel für Astronauten

Plastikmüll als Nahrungsgrundlage: Ein Forschungsteam der Southern Illinois University unter der Leitung von Lahiru Jayakody hat eine Methode entwickelt, um Polyethylenterephthalat (PET) in essbare Nahrungsmittel zu transformieren.

Den Anstoß für das Projekt lieferte die „Deep Space Food Challenge“ der Nasa. Die US-Raumfahrtbehörde suchte nach Wegen, vier Astronauten während einer dreijährigen Mission autark mit Lebensmitteln zu versorgen.

Zweistufiger Prozess: Auflösen und Verstoffwechseln

Im ersten Schritt zerkleinern die Forscher handelsübliches PET aus Getränkeflaschen zusammen mit pflanzlichen Abfällen wie Maisstängeln und Maisblättern. Unter Zugabe von Wasser, Sauerstoff und Hitze werden die Makromoleküle in einem oxidativen hydrothermalen Verfahren aufgespalten.

Dabei entsteht unter anderem der zweiwertige Alkohol Ethylenglykol (C2H6O2), der als chemischer Nährstoff für Mikroorganismen dient.

Genetisch veränderte Hefe übernimmt die Synthese

Jayakody und sein Team setzen modifizierte Bäckerhefe (Saccharomyces cerevisiae) sowie verwandte Hefearten ein. Die Mikroben verstoffwechseln das giftige Ethylenglykol und produzieren daraus essbare Proteine, Fette und Zucker.

Kekse aus PET-Flaschen: Forscher entwickeln essbare Proteine mit 6,5 von 9 Punkten

Die entstehende Hefemasse wird konzentriert, mit Stärke und Ballaststoffen aus den Pflanzenresten angereichert und in Form getrocknet. Das Team bezeichnet diese Protein-Kekse als „μBites“ (Mikrohappen).

Geschmackstest und zugesetzte Nährstoffe

In ersten Verkostungen erzielten die μBites bei der Bewertung von Konsistenz, Form und Geschmack 6,5 von neun möglichen Punkten. Die Paste lässt sich durch Gewürze und Zucker flexibel anpassen.

Die Wissenschaftler passten das Verfahren weiter an, um den Nährwert und das Aroma direkt im Fermenter zu optimieren. Die Bäckerhefe synthetisiert Vanillin aus pflanzlicher Ferulasäure, während die Hefeart Rhodosporidium toruloides aus dem Ethylenglykol Beta-Carotin (Provitamin A) herstellt.

Noch verfügen die μBites über keine lebensmittelrechtliche Zulassung für den regulären Markt. Die Forscher planen, das Verfahren in den kommenden Jahren weiter zu optimieren, um die Kekse für weltweite Notversorgungen und Raumfahrtprogramme nutzbar zu machen.