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KI-Welle am Arbeitsmarkt: Droht Berufseinsteigern ein Gehaltsstopp?

Symbolbild eines modernen Büroarbeitsplatzes mit digitaler Vernetzung. Aktuelle News

Immer mehr Unternehmen planen den Einsatz von KI, was direkte Auswirkungen auf die Lohnstruktur haben könnte.

Die digitale Transformation verändert nicht nur Arbeitsabläufe, sondern rüttelt an der Gehaltsstruktur. Einer aktuellen Umfrage des Ifo-Instituts unter rund 3000 deutschen Unternehmen zufolge rechnet fast jeder zweite Betrieb damit, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz in den kommenden Jahren den Lohndruck erhöht.

Der Fokus liegt auf Berufseinsteigern

Besonders betroffen von den prognostizierten Lohnkürzungen sind Arbeitnehmer am Beginn ihrer Karriere. Bei Berufseinsteigern mit weniger als fünf Jahren Erfahrung erwarten 50,8 Prozent der Unternehmen mit Fach- oder Hochschulabschluss eine stagnierende oder sinkende Lohnentwicklung. Bei Beschäftigten ohne akademischen Abschluss liegt dieser Wert bei 48,3 Prozent.

Auch erfahrene Kräfte sind nicht immun gegen diesen Trend. Für Beschäftigte mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung planen 40,4 Prozent der Unternehmen (ohne Hochschulabschluss) bzw. 37,5 Prozent (mit Abschluss) Einsparungen durch KI-Integration.

Wer ist sicher, wer ist gefährdet?

Das Ifo-Institut befragte für diese Analyse explizit Unternehmen, die bereits KI-Systeme einsetzen. Branchen wie die Gastronomie, das Baugewerbe oder der Transportsektor, in denen KI derzeit kaum Anwendung findet, gelten daher als weitgehend stabil. Berufe wie Koch, Maurer oder Lkw-Fahrer sind vorerst nicht von KI-bedingten Lohnkürzungen bedroht.

KI-Welle am Arbeitsmarkt: Droht Berufseinsteigern ein Gehaltsstopp?

Anders sieht es in wissensbasierten Sektoren aus. IT, Naturwissenschaften, Management und Dienstleistungsberufe wie Steuerberatung, Recht und Journalismus nutzen KI bereits intensiv. In diesen Feldern ist die Erwartungshaltung der Unternehmen hinsichtlich sinkender Löhne deutlich präsenter.

Drohende Gehaltseinbußen in konkreten Zahlen

Während die Ifo-Umfrage die Erwartungen der Arbeitgeber widerspiegelt, versuchen ökonomische Analysen die finanziellen Folgen zu beziffern. Eine Studie der Universität Navarra deutet darauf hin, dass bei Neueinstellungen in KI-nahen Berufen nach der Einführung von ChatGPT Einbußen von durchschnittlich 4,5 Prozent verzeichnet wurden.

  • Berufseinsteiger: Hier könnten die Gehälter laut Datenlage um bis zu 6,3 Prozent niedriger ausfallen.
  • Mittlere Ebene: Hier wird ein Rückgang von etwa 5,9 Prozent beobachtet.
  • Senior-Positionen: In diesem Bereich konnten bisher keine signifikanten Gehaltskürzungen festgestellt werden.

Dies entspricht beim deutschen Mediangehalt Einbußen von etwa 3.400 Euro für Einsteiger. Wichtig ist jedoch: Diese Prognosen beziehen sich primär auf Neuverträge. Bestehende Arbeitsverhältnisse sind von dieser Entwicklung nicht direkt betroffen, und wissenschaftliche Studien wie das spanische Arbeitspapier müssen erst noch den klassischen Peer-Review-Prozess durchlaufen, bevor sie als gesicherte Prognose gelten können.