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Kommunalwahl in Niedersachsen: AfD erreicht 16,5 Prozent – CDU behauptet Führung

Katherina Reiche zu Besuch bei der Salzgitter AG, Wahlhelfer in Niedersachsen Aktuelle News

Katherina Reiche bei der Salzgitter AG und Wahlhelfer im Einsatz in Niedersachsen.

Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen zeichnet sich eine veränderte politische Landschaft ab. Eine Hochrechnung des NDR für die Stadtrats- und Kreistagswahlen sowie die Regionsversammlung Hannover sieht die CDU mit 27,7 Prozent vor der SPD mit 24,5 Prozent. Die AfD landet landesweit bei 16,5 Prozent.

Katherina Reiche zu Besuch bei der Salzgitter AG, Wahlhelfer in Niedersachsen
Katherina Reiche zu Besuch bei der Salzgitter AG und Wahlhelfer bei der Stimmauszählung in Niedersachsen.

Damit verzeichnen die Regierungsparteien im Bund spürbare Einbußen im Vergleich zum Urnengang von 2021. Dennoch behaupten CDU und SPD in den meisten ländlichen Regionen sowie Großstädten wie Hannover und Wolfsburg weiterhin ihre traditionellen Hochburgen.

Starke Zuwächse im südlichen Landesteil

Besonders südlich und östlich von Hannover konnte die AfD deutliche Stimmenzuwächse verbuchen. In Städten wie Gifhorn, Bockenem oder Nienburg sicherte sich die Partei starke Positionen in den Kommunalparlamenten.

In Salzgitter erreichte AfD-Bewerberin Patricia Mair die Stichwahl um das Amt der Oberbürgermeisterin, während sich die Partei im Stadtrat ein enges Rennen mit CDU und SPD lieferte. In Kreistagen wie Northeim, Holzminden, Hameln, Hildesheim und Goslar kletterte das Ergebnis teilweise deutlich über 17 bis 18 Prozent.

Wahlforscher analysieren Ursachen und Kontinuitäten

Der Politikwissenschaftler Christian Martin von der Universität Kiel führt die Entwicklung auf eine allgemeine Politisierung und den Bundestrend zurück. Die Unzufriedenheit mit der Bundespolitik strahle spürbar auf die kommunale Ebene und die unmittelbare Lebenswelt der Menschen aus.

Martin verweist zudem auf historische Wahlmuster, beispielsweise in der Region Gifhorn, wo bereits in den frühen 1930er-Jahren überdurchschnittlich hohe Ergebnisse für die NSDAP verzeichnet wurden. Ein solches Niveau von 15 bis 20 Prozent für die AfD sei laut Kommunalexperte Martin Gross inzwischen das „neue Normal“ auf kommunaler Ebene.

Grüne punkten in Universitätsstädten

Trotz der Zuwächse blieb die AfD flächendeckend hinter Ergebnissen aus ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt zurück. Demokratische Parteien verfügen in den niedersächsischen Räten und Kreistagen weiterhin über stabile Mehrheiten.

Gleichzeitig verzeichneten die Grünen lokale Erfolge in städtischen Regionen. Bei der Oberbürgermeisterwahl in Göttingen zog die Grünen-Kandidatin Onyeka Oshionwu als Erstplatzierte in die entscheidende Stichwahl ein.