Kopfanschlag ohne Schutz: Paralympics-Sieger Josia Topf (23) droht frühes Karriereende
Aktuelle News
Kopfanschlag ohne Schutz: Paralympics-Sieger Josia Topf (23) droht frühes Karriereende
Josia Topf schlägt am Ende seiner Rennen ungebremst mit dem Kopf gegen die Beckenwand, um die elektronische Zeitmessung auszulösen. Weil der 23-jährige Paralympics-Sieger ohne Arme zur Welt kam, bleibt ihm keine andere Wahl. Dieser Umstand gefährdet seine Gesundheit massiv und könnte seine sportliche Laufbahn vorzeitig beenden.
„Es ist definitiv etwas, was mein Karriereende beschleunigen wird. Da bin ich ehrlich“, stellt der zweimalige Weltmeister klar.
Josia Topf im Wettkampfbecken.
Weltverband blockiert Schutzausrüstung
Eine Abfederung durch gepolsterte Badekappen oder geschützte Anschlagmatten ist nach dem aktuellen Reglement verboten. Entsprechende Anträge sowie vorgelegte Studien stießen beim Weltverband World Para Swimming auf taube Ohren.
„Wir würden gerne darüber sprechen. Bisher wurden sämtliche Gesprächsangebote abgelehnt“, kritisiert Topf die Blockadehaltung des Verbandes.
Risikominimierung bei kleineren Rennen
Um seinen Schädel zu schonen, verzichtet Topf bei weniger bedeutsamen Wettkämpfen mittlerweile auf den harten Anschlag. Bei Saisonhöhepunkten wie den Europameisterschaften im türkischen Kocaeli schlägt er jedoch voll an, da dort jede Zehntelsekunde zählt.
Für diese Großereignisse plant der Athlet bewusst ein bis zwei Wochen Erholung im Anschluss ein, damit die Erschütterungen abklingen können.
Para-Schwimmer Josia Topf.
Verzögerte Regeneration alarmiert Ärzte
Regelmäßige medizinische Untersuchungen gehören für Topf längst zur Routine. Die Befunde zeigen zwar eine temporäre Stabilisierung, doch die Phasen bis zur vollständigen Erholung dauern immer länger.
Topf plant fest mit der laufenden Saison und den kommenden Spielen. Sollten sich die neurologischen oder physischen Werte jedoch drastisch verschlechtern, werde er die Reißleine ziehen.


