Kroatische Küstenorte erklären Handtuch-Reservierern den Krieg
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Frühes Handtuch-Platzieren führt an der Adria vermehrt zu behördlichen Eingriffen.
Das morgendliche Ritual ist bekannt: Bevor die Sonne richtig brennt, wird das Handtuch auf der Liege platziert, um sich den besten Platz am Meer zu sichern. Wer erst später erscheint, geht oft leer aus. In Kroatien ziehen die Behörden nun die Konsequenzen gegen diese Praxis.
In Supetar auf der Insel Brač hat Bürgermeisterin Ivana Marković ein klares Machtwort gesprochen. Die Stadtverwaltung untersagt es offiziell, Handtücher, Sonnenschirme oder Liegestühle zurückzulassen, um Flächen für eine spätere Nutzung zu blockieren.
Strenge Kontrollen an öffentlichen Stränden
Die rechtliche Begründung der sozialdemokratischen Politikerin ist eindeutig: Öffentliche Strände sind Allgemeingut und müssen für alle Nutzer zugänglich bleiben. Um dies sicherzustellen, patrouillieren Stadtmitarbeiter bereits in den frühen Morgenstunden entlang der Küste.
Das Vorgehen folgt einem festen Protokoll: Zunächst erhalten die Besitzer eine schriftliche Aufforderung, ihre persönlichen Gegenstände zu entfernen. Erst wenn dies nicht geschieht, werden die Utensilien beschlagnahmt. Die Stadtverwaltung von Supetar betont, dass die Kontrollen auch nach ersten Einsätzen im Juli fortgeführt werden.

Konsequenzen in anderen Badeorten
Supetar ist kein Einzelfall. Auch in Makarska sowie in Sveti Filip i Jakov nahe Biograd gehen die Gemeinden entschlossen gegen „Liegen-Okkupierer“ vor. In diesen Orten werden unrechtmäßig reservierte Liegen und Handtücher durch städtische Kräfte oder die Polizei entfernt und oft direkt in Müllwagen verladen.
Die Gemeinde Tučepi geht noch einen Schritt weiter. Seit 2024 droht dort für das Zurücklassen von Gegenständen ein Bußgeld von 130 Euro. Damit reagieren die Kommunen auf den wachsenden Druck durch Touristen, die sich über den Mangel an verfügbaren Plätzen beschweren.
Wer seinen Urlaub an der Adria plant, sollte seine Sachen daher künftig nicht mehr unbeaufsichtigt lassen. Die Zeiten des „Reservierens per Handtuch“ sind an vielen kroatischen Stränden endgültig vorbei.
