Lachs bei 65 Grad in der Spülmaschine garen: SWR3 testet kuriosen Küchentrick
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Ein in Alufolie verpacktes Lachsfilet liegt im Korb einer Geschirrspülmaschine.
Fisch zubereiten ganz ohne Herd und Pfanne: Der Radiosender SWR3 hat ein ungewöhnliches Küchenexperiment gewagt und Lachs in der Spülmaschine gegart. Was zunächst nach einer absurden Idee klingt, lieferte im Praxistest ein überraschendes Resultat.
Lachs in Alufolie in einer Spülmaschine.
Der 65-Grad-Praxistest: Fisch gelingt, Beilage scheitert
Für den Versuch wickelten die Tester ein Lachsfilet fest in Alufolie ein. Mariniert wurde der Fisch vorab mit Knoblauch, Limette, Sesamöl und Dill. Die feste Verpackung sollte verhindern, dass Wasser an das Lebensmittel gelangt.
Zusammen mit Erbsenschoten und Reis wanderte der Lachs für einen einstündigen Spülgang bei 65 Grad in das Gerät. Der Test fand in einer leeren Maschine ohne Spülmittel statt.
Das Ergebnis fiel zweigeteilt aus: Während der Lachs auf den Punkt garte und geschmacklich überzeugte, misslang die Beilage völlig. Der mitgegarte Reis zerfiel nach Senderangaben zu Staub.
Methode stammt ursprünglich aus den 1980er-Jahren
Völlig neu ist die Idee des Spülmaschinen-Fischs nicht. Bereits in den 1980er-Jahren tauchte die Methode in einer Rezeptsammlung von Mitarbeitern des Alaska Department of Fish and Game auf, wie das Portal Alaska Fish & Wildlife News dokumentiert.
Auch damals galt bereits die Grundregel: Die Verpackung muss absolut dicht sein, damit der Fisch zu keinem Zeitpunkt mit Spülwasser in Berührung kommt.
Verbraucherschützer raten von der Methode ab
Trotz des geschmacklichen Erfolgs im Test sehen Fachleute das Verfahren kritisch. Sowohl der VerbraucherService Bayern als auch die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein raten davon ab, Lebensmittel in Haushaltsgeräten wie dem Geschirrspüler zuzubereiten.
Gefahr durch undichte Verpackungen und Hitzeschwankungen
Alufolie kann durch die Einwirkung von Hitze, Salzen und Säuren winzige Löcher bekommen. Dadurch besteht das Risiko, dass aggressive Reinigerrückstände aus der Maschine in das Essen gelangen. Auch Bratschläuche oder Vakuumbeutel sind für diesen Zweck nicht offiziell geprüft.
„Das Garen im Geschirrspüler ist der falsche Weg“, betont Lebensmittelexpertin Gudrun Köster von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein mit Blick auf gesundheitliche Bedenken.
Zudem schwanken die Temperaturen je nach Gerät und Programm meist zwischen 65 und 75 Grad. Da die optimale Kerntemperatur für saftigen Lachs bei maximal 60 Grad liegt, lässt sich der Garprozess im Spülgang kaum präzise kontrollieren.

