Landliebe Sahnepudding im Visier: Verpackung zeigt Schokolade, doch die Zutatenliste nennt 0 Prozent
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Landliebe Sahnepudding im Visier: Verpackung zeigt Schokolade, doch die Zutatenliste nennt 0 Prozent
Auf der Verpackung locken knackige Schokoladenstücke, im Becher selbst fehlt von echter Schokolade jedoch jede Spur. Der Fall des „Sahnepudding Schokolade“ der Marke Landliebe sorgt aktuell für Kritik bei Verbraucherschützern.
Produkte der Marke Landliebe im Handel
Eine Kundin hatte das Dessert gekauft und sich nach dem Blick auf die Zutatenliste an das Portal Lebensmittelklarheit gewandt. Trotz der bildlichen Darstellung enthält das Produkt rechtlich gesehen keine Schokolade.
Strenge Vorgaben der Kakaoverordnung
Ob ein Lebensmittel als Schokolade deklariert oder mit Schokostücken beworben werden darf, ist gesetzlich genau geregelt. Die deutsche Kakaoverordnung verlangt für Schokolade einen Gesamtkakaogehalt von mindestens 35 Prozent.
Dieser Anteil muss sich aus mindestens 18 Prozent Kakaobutter und mindestens 14 Prozent fettfreier Kakaotrockenmasse zusammensetzen. Zudem schreibt die Verordnung vor, dass der Kakaoanteil in Prozent transparent ausgewiesen werden muss.
Der Schokoladen-Sahnepudding von Landliebe
Ergänzend greift die europäische Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Sie verbietet es Herstellern, Verbraucher über die tatsächliche Zusammensetzung eines Lebensmittels zu täuschen – ganz gleich, ob die Erwartung durch Bilder, Grafiken oder Textbausteine geweckt wird.
Der Trick mit dem Serviervorschlag
Um rechtlichen Vorgaben zu entgehen, drucken zahlreiche Produzenten den Hinweis „Serviervorschlag“ in winziger Schrift auf die Verpackung. Damit soll signalisiert werden, dass abgebildete Komponenten nicht zwingend im Produkt enthalten sind.
Verbraucherzentralen bemängeln diese Praxis seit Langem. Der Hinweis sei im Alltag leicht zu übersehen und schütze Konsumenten nicht vor Fehlkäufen.
Was wirklich im Landliebe-Pudding steckt
Sowohl der Deckel als auch die Banderole des Landliebe-Puddings sind mit jeweils drei massiven Schokoladenstücken illustriert. Die Zutatenliste bestätigt das Versprechen der Abbildung jedoch nicht.
Der Becherinhalt besteht laut Deklaration zu 82 Prozent aus Sahne, gefolgt von 9 Prozent Schokoladenpulver (Zucker, Kakao), Zucker, modifizierter Stärke, 0,9 Prozent fettarmem Kakao und Stärke. Da Schokoladenpulver lebensmittelrechtlich nicht mit Schokolade gleichzusetzen ist, werten Verbraucherschützer die Aufmachung als Irreführung.


