Landtagswahl Sachsen-Anhalt: AfD führt mit 42 Prozent vor der CDU
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Landtagswahl Sachsen-Anhalt: AfD führt mit 42 Prozent vor der CDU
Umfrage-Beben vor dem Urnengang
Vor der Landtagswahl am 6. September hat sich das politische Stimmungsbild in Sachsen-Anhalt drastisch verschoben. In der jüngsten Vorwahlumfrage dominiert die AfD mit 42 Prozent das Feld und liegt mit 20 Prozentpunkten Vorsprung vor der CDU, die lediglich auf 22 Prozent kommt.
Die Linke sichert sich mit elf Prozent den dritten Platz, gefolgt von der SPD mit acht Prozent. Während die Grünen mit sechs Prozent knapp im Landtag vertreten wären, würden das BSW und die FDP mit vier Prozent beziehungsweise weniger den Einzug verfehlen.
Rund elf Prozent der Wahlberechtigten geben an, dass ihre Entscheidung noch nicht endgültig feststeht. Als wahlentscheidende Themen stehen Integration, Bildung und die Lage der Wirtschaft an oberster Stelle.
Große Unzufriedenheit mit der Landespolitik
Die schwarz-rot-gelbe Regierungskoalition sieht sich mit starkem Misstrauen konfrontiert. Nur 30 Prozent der Wähler bewerten die aktuelle Arbeit des Kabinetts positiv, rund zwei Drittel zeigen sich unzufrieden.
Dieses Stimmungsbild schlägt sich auch in der Problemlösungskompetenz nieder. 36 Prozent trauen der AfD zu, die drängendsten Aufgaben des Landes zu bewältigen – der CDU trauen dies nur 16 Prozent zu. Ein Fünftel der Bürger spricht keiner Partei die nötige Kompetenz zu.
Generationenkluft bei der Spitzenkandidaten-Frage
Könnten die Bürger ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich 41 Prozent für Amtsinhaber Sven Schulze (CDU) entscheiden. Sein AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund liegt mit 39 Prozent knapp dahinter.
Zwischen den Generationen klafft dabei eine deutliche Lücke: Schulze holt seine Mehrheiten fast ausschließlich bei den Wählern ab 65 Jahren. In allen jüngeren Altersgruppen liegt Siegmund in der Gunst vorne.
Der Chemnitzer Politikwissenschaftler Benjamin Höhne führt die Werte auf eine anhaltend negative Grundstimmung im Land zurück. Die AfD besitze mittlerweile eine feste Stammwählerschaft und werde von vielen als Teil des politischen Normalbetriebs betrachtet.
Wirtschaft und Kommunen unter Druck
Zur politischen Skepsis kommt eine angespannte wirtschaftliche Lage. Laut einer Erhebung der IHK Magdeburg beurteilt nur noch jedes fünfte regionale Unternehmen seine Lage als gut, jedes vierte hingegen als schlecht.
IHK-Hauptgeschäftsführer André Rummel verweist auf ein fehlendes Wirtschaftswachstum und eine anhaltend schlechte Stimmung. Hohe Kosten für Energie, Rohstoffe und Personal sowie zunehmende Bürokratie und steuerliche Belastungen schwächen die Zukunftsaussichten.
In Bürgerforen dominieren neben der Abwanderung und dem Fachkräftemangel auch Fragen zur kommunalen Finanzierung, der Energieversorgung sowie dem Zustand von Schulen und Kitas.
