Landtagswahl Sachsen-Anhalt: AfD holt 43,8 Prozent – CDU stürzt auf 17,2 Prozent ab
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Landtagswahl Sachsen-Anhalt: AfD holt 43,8 Prozent – CDU stürzt auf 17,2 Prozent ab
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt endet mit einer politischen Zäsur. Die AfD verdoppelt ihr Ergebnis und wird mit 43,8 Prozent der Stimmen stärkste Kraft im Magdeburger Landtag.
Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze erlebt zeitgleich einen historischen Absturz auf 17,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung kletterte auf einen Rekordwert von 77,8 Prozent bei knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigten.
Das amtliche Wahlergebnis und die Sitzverteilung
Trotz des deutlichen Vorsprungs verfehlt die AfD die absolute Mehrheit im Parlament knapp. Die bisherigen Regierungsparteien mussten erhebliche Verluste hinnehmen.
Die Zahlen im Überblick
Die AfD zieht mit 39 Mandaten in das Landesparlament ein (2021: 20,8 Prozent und 23 Sitze). Die CDU halbiert ihre Fraktion auf 15 Sitze (zuvor 37,1 Prozent und 40 Sitze).
- AfD: 43,8 Prozent (39 Sitze)
- CDU: 17,2 Prozent (15 Sitze)
- SPD: 9,3 Prozent (8 Sitze)
- Grüne: 8,9 Prozent (8 Sitze)
- Die Linke: 8,6 Prozent (8 Sitze)
- BSW: 5,3 Prozent (5 Sitze)
- FDP: 2,6 Prozent (Einzug verpasst)
Nach dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde trat die FDP-Landesvorsitzende Lydia Hüskens von ihrem Amt zurück. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) schaffte mit 5,3 Prozent knapp den Sprung in den Landtag.
Ulrich Siegmund feiert den Wahlsieg gemeinsam mit Tino Chrupalla und Alice Weidel in Magdeburg.
Pressekonferenz in Berlin: AfD plant Regierungsübernahme
Am Montagmorgen traten AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sowie die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla im Berliner Regierungsviertel vor die Presse.
Medienandrang bei der Bundespressekonferenz in Berlin nach der Wahl in Sachsen-Anhalt.
Siegmund betonte, dass der ursprüngliche Plan auf eine Alleinregierung ausgelegt war. Eine Minderheitsregierung lehnte der Spitzenkandidat jedoch kategorisch ab.
Die Delegation der AfD trifft im Gebäude der Bundespressekonferenz ein.
Das Angebot des BSW, ihm durch Stimmenthaltung im dritten Wahlgang zur Wahl als Ministerpräsident zu verhelfen, wies Siegmund zurück. Eine Enthaltung biete keine verlässliche Regierungsmehrheit.
Sollten Gespräche mit anderen Fraktionen scheitern, zog Siegmund direkte Neuwahlen in Betracht: In diesem Fall peile die Partei ein Ergebnis jenseits der 50 Prozent an.
Ulrich Siegmund steht den Medienvertretern Rede und Antwort.
Siegmunds Prioritäten bei einem Amtsantritt
Auf Nachfragen zu seinen ersten Maßnahmen als Regierungschef benannte Siegmund konkrete Pläne für Sachsen-Anhalt:
- Asyl- und Migrationspolitik: Jährliche Einsparungen von drei bis fünf Millionen Euro durch strikte Trennung von Arbeitsmigration und Ausreisepflichtigen.
- Familienpolitik: Verwendung der eingesparten Mittel für beitragsfreie Kindergärten und kostenloses Mittagessen an Schulen.
- Medien: Sofortige Kündigung des Medienstaatsvertrags durch das Land Sachsen-Anhalt.
Alice Weidel, Tino Chrupalla und Ulrich Siegmund auf dem Podium in Berlin.
Angriffe auf die Union und Blick auf den Bund
Co-Parteichef Tino Chrupalla forderte die CDU auf, die bestehenden Abgrenzungsbeschlüsse fallen zu lassen. Die sogenannte Brandmauer sei von den Wählern in Sachsen-Anhalt abgewählt worden.
Alice Weidel während ihres Statements zur Bundespolitik.
Alice Weidel griff Bundeskanzler Friedrich Merz direkt an und prognostizierte, dass die Union bei künftigen Bundestagswahlen chancenlos bleibe. Weidel kündigte für eine künftige Regierungsbeteiligung auf Bundesebene sofortige Grenzkontrollen sowie konsequente Abschiebungen an.
Parteichefin Alice Weidel bei der Beantwortung von Journalistenfragen.
Die Co-Chefin führte den Erfolg insbesondere auf die Aktivierung bisheriger Nichtwähler zurück.
Teilnehmer und Beobachter vor dem Tagungsort in Berlin.
Positionierung des BSW und Koalitionsfragen
Der BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze erklärte im Deutschlandfunk, man wolle sich nicht an Blockaden beteiligen. Schulze verwies auf Schnittmengen mit der AfD, insbesondere bei der Forderung nach einem Ende der Russland-Sanktionen.
Wahlsieger Ulrich Siegmund vor den Anhängern in Magdeburg.
Internationale Reaktionen
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk kritisierte den Wahlausgang deutlich und warnte vor den Folgen für Europa.
Glückwünsche kamen dagegen aus Prag: Tomio Okamura, Präsident des tschechischen Abgeordnetenhauses, begrüßte das Resultat und forderte eine Regierungsbeteiligung der AfD.
US-Präsident Donald Trump veröffentlichte eine Grafik der Hochrechnungen ohne Kommentar auf seinem Truth-Social-Kanal.
Beitrag von Donald Trump auf der Plattform Truth Social zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt.
Tech-Milliardär Elon Musk kommentierte das Wahlergebnis auf X knapp mit den Worten „Gut gemacht“, woraufhin sich Siegmund öffentlich für die Unterstützung bedankte.










