Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Umfragen lagen bei der CDU um bis zu 6 Prozentpunkte daneben
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Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Umfragen lagen bei der CDU um bis zu 6 Prozentpunkte daneben
Wahlergebnisse zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Die Demoskopen haben bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erneut spürbare Fehlprognosen geliefert. Vor allem bei der CDU lagen die Institute deutlich außerhalb der statistischen Fehlertoleranz.
Nach dem vorläufigen Endergebnis erreichte die CDU unter Ministerpräsident Sven Schulze 17,2 Prozent. Die letzten Erhebungen der Forschungsgruppe Wahlen, von Insa sowie von Infratest dimap hatten die Partei zuvor bei 22 bis 23 Prozent verortet – eine Differenz von fünf bis sechs Prozentpunkten.
Fehleinschätzungen auch bei den kleineren Parteien
Die AfD wurde mit 43,8 Prozent klar stärkste Kraft im Landtag. Die Institute hatten sie im Vorfeld bei 41 bis 43 Prozent taxiert und lagen damit vergleichsweise nah am tatsächlichen Resultat.
Größere Abweichungen zeigten sich bei den Grünen und den Linken. Während die Grünen in den Umfragen mit fünf bis sechs Prozent gehandelt wurden und schließlich 8,9 Prozent holten, verlor die Linke: Statt der prognostizierten 11 bis 13 Prozent erreichte sie 8,6 Prozent.
Fünf-Prozent-Hürde als Unsicherheitsfaktor
Auch beim Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) irrten die Demoskopen. Alle Institute hatten das BSW mit drei bis vier Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde gesehen. Mit 5,3 Prozent schaffte die Partei letztlich dennoch den Einzug ins Parlament.
Die SPD schnitt mit 9,3 Prozent etwas besser ab als in den Vorhersagen (sieben bis neun Prozent). Punktgenau lagen die Meinungsforscher bei der FDP: Bei vorhergesagten drei Prozent erzielten die Liberalen 2,6 Prozent und verpassten den Einzug.
Parallelen zur Landtagswahl 2021
Bereits bei der vorherigen Wahl im Juni 2021 wichen die Prognosen stark ab – damals allerdings zugunsten der CDU. Vor fünf Jahren sahen die Demoskopen CDU und AfD fast gleichauf bei 26 bis 27 Prozent. Am Wahlabend gewann die CDU unter Reiner Haseloff mit 37,1 Prozent, während die AfD bei 20,8 Prozent landete.
Wahlforscher begründeten die damaligen Verschiebungen mit kurzfristigen Dynamiken auf den letzten Metern des Wahlkampfs.
Matthias Jung, Chef der Forschungsgruppe Wahlen, verwies darauf, dass Umfragen das Stimmungsbild zum Befragungszeitpunkt abbilden. Da sich ostdeutsche Wähler im Schnitt weniger fest an Parteien binden als westdeutsche Wähler, bleiben kurzfristige Veränderungen bis zum Wahltag ein prägender Faktor.

