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Lebenslange Haft in Den Haag: Ex-General Ratko Mladić mit 84 Jahren gestorben

Ratko Mladić im Gespräch mit Radovan Karadžić in Banja Luka 1994 Aktuelle News

Ratko Mladić verbüßte wegen Völkermords und Kriegsverbrechen eine lebenslange Haftstrafe in Den Haag.

Der wegen Kriegsverbrechen und Völkermords verurteilte frühere bosnisch-serbische General Ratko Mladić ist tot. Er starb im Alter von 84 Jahren in einem Gefängniskrankenhaus in Den Haag.

Wie der serbische Staatssender RTS sowie die staatliche Nachrichtenagentur Tanjug unter Berufung auf Regierungskreise und die Familie meldeten, hatte Mladić vor seinem Tod mehrere Schlaganfälle erlitten.

Der bosnisch-serbische General Ratko Mladic (M) im Gespräch mit dem bosnisch-serbischen Präsidenten Radovan Karadzic (r) in der bosnischen Stadt Banja Luka im Jahr 1994. Der wegen Kriegsverbrechen verurteilte bosnisch-serbische Ex-General Ratko Mladic ist im internationalen Trakt des Gefängnisses in Den Haag gestorben, wie die serbische Staatssekretärin für Menschenrechte, Pavicevic, unter Berufung auf die Familie von Mladic nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tanjug mitteilte. (s/w)
Der bosnisch-serbische General Ratko Mladić im Gespräch mit Radovan Karadžić im Jahr 1994 in Banja Luka.

Lebenslange Haftstrafe durch UN-Tribunal bestätigt

Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (IStGH) verurteilte Mladić 2017 in erster Instanz zu lebenslanger Haft. Am 8. Juni 2021, fast 26 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica, bestätigte das UN-Kriegsverbrechertribunal dieses Urteil letztinstanzlich.

Mladić befehligte die bosnisch-serbischen Truppen während des Bosnien-Krieges von 1992 bis 1995. Er galt als eine der zentralen militärischen Schlüsselfiguren des Konflikts.

Lebenslange Haft in Den Haag: Ex-General Ratko Mladić mit 84 Jahren gestorben

Das Srebrenica Memorial im bosnischen Ort Potocari südlich von Srebrenica: eine Frau zwischen den Grabmalen der Opfer des Völkermordes
Die Gedenkstätte im bosnischen Potočari mit den Gräbern der Opfer des Völkermords von Srebrenica.

Das Massaker von Srebrenica und die Belagerung Sarajevos

Am 11. Juli 1995 und in den darauf folgenden Tagen ermordeten Einheiten unter Mladićs Kommando in der UN-Schutzzone Srebrenica rund 8.000 bosnische Muslime. Bei den Opfern handelte es sich überwiegend um Männer und männliche Jugendliche.

Frauen, Mädchen und Kinder wurden zeitgleich in Bussen an die Frontlinie deportiert und in das von der bosnischen Regierungsarmee kontrollierte Gebiet transportiert.

Verantwortung für die jahrelange Belagerung

Neben dem Völkermord von Srebrenica umfasste der Schuldspruch des UN-Tribunals auch die jahrelange Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajevo. Während der Einkesselung wurden Tausende Zivilisten durch Scharfschützenfeuer und Artillerieangriffe getötet.

01.10.1995, Bosnien-Herzegowina, Banja Luka: Der bosnisch-serbische General Ratko Mladic (r) telefoniert neben dem russischen General Wladimir Zurbenko (M)
Ratko Mladić im Oktober 1995 in Banja Luka während des Bosnien-Kriegs.