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On Air Festival

Legends of the Autobahn: Wenn deutsche Ingenieurskunst die kalifornische Pazifikküste erobert

Eine Vielzahl deutscher Automobile auf einem Golfplatz während der Monterey Car Week. Aktuelle News

Deutsche Klassiker und moderne Sportwagen prägen das Bild bei den Legends of the Autobahn auf dem Pacific Grove Golf Links.

Wer während der Monterey Car Week eine Auszeit von millionenschweren Ferrari-Auktionen und steifen Concours-Events sucht, findet in Pacific Grove eine willkommene Alternative. Einmal im Jahr verwandeln sich die Pacific Grove Golf Links in eine Bühne für BMW, Mercedes-Benz und Audi. Bei der 16. Ausgabe am 13. August 2026 wurde deutlich: Unsere deutschen Automarken haben in den USA eine völlig eigene, teils überraschende Identität.

Veranstaltet vom BMW Car Club of America, dem Mercedes-Benz Club of America und dem Audi Club North America, ist das Treffen ein Fixpunkt der Woche. Trotz der hohen Qualität der Fahrzeuge ist die Atmosphäre erstaunlich entspannt. Der Eintritt für Zuschauer ist kostenlos – ein seltener Luxus im exklusiven Rahmen der Car Week.

Wetterkapriolen und bayerische Dominanz

Das Wetter am Donnerstagmorgen zeigte sich zunächst von der ungemütlichen Seite: Nieselregen über dem Pazifik. Doch sobald die Sonne durchbrach, füllten sich die Wege zwischen den auf dem Grün platzierten Fahrzeugen zusehends. Wer über das Gelände schlendert, stellt schnell fest: BMW gibt hier zahlenmäßig den Takt vor.

Die Münchner sind auf dem Golfplatz omnipräsent. Von historischen Raritäten wie dem Z1 und dem Z8 bis hin zum M1 und dem 850 CSi ist die gesamte Modellgeschichte vertreten. Ein besonderes Augenmerk galt dem 40. Jubiläum des M3, das mit einer beeindruckenden Ahnenreihe vom klassischen E30 bis zum aktuellen Modell zelebriert wurde.

Mercedes-Benz: Vom Glanz zum Wahnsinn

Während BMW auf Masse setzt, bietet Mercedes-Benz die größte spielerische Freiheit. Anlässlich des 70. Jubiläums des Mercedes-Benz Club of America zeigte sich die Marke facettenreich – von konservativ bis kontrovers. Besonders der Club S aus Los Angeles sorgte für Aufsehen: Eine aufgeschnittene Maybach S-Klasse als Landaulet und tiefgelegte S-Klassen demonstrierten eine Tuning-Kultur, die bei Puristen für Stirnrunzeln sorgen dürfte.

Legends of the Autobahn: Wenn deutsche Ingenieurskunst die kalifornische Pazifikküste erobert

Auch technisch bot die Mercedes-Fraktion Spektakuläres. Ein Lotec Sirius mit V12-Motor und kolportierten 1.200 PS unterstrich, dass hier neben historischer Bedeutung auch der Hang zum Extremen zelebriert wird. Selbst eine Replika des Benz Patent-Motorwagens fand ihren Platz und erinnerte an die Wurzeln des Automobilbaus.

Audi zwischen Tradition und Zurückhaltung

Audi präsentierte sich im Vergleich dazu eher unaufgeregt. Modelle wie der Ur-quattro, der Audi V8 sowie diverse RS2-, RS4- und RS6-Exemplare waren zwar vorhanden, doch der große „Wow-Effekt“ blieb im Vergleich zu den anderen Marken aus. Während Audi-Fans auf ihre Kosten kamen, fehlte dem Feld der Mut zur Extravaganz, der die anderen Bereiche des Golfplatzes so belebte.

Entspannte Szene statt steifer Gala

Das Besondere an den „Legends of the Autobahn“ sind nicht nur die Exponate, sondern die Besitzer. Es gibt keine Absperrungen, die den direkten Kontakt zwischen Auto und Fan verhindern. Motorhauben werden geöffnet, Fachsimpeleien finden auf Augenhöhe statt, und der Wert des Fahrzeugs scheint keine soziale Barriere zu errichten. Es ist eine Veranstaltung, die trotz der hochwertigen Exponate den Charakter eines lockeren Clubtreffens bewahrt hat.

Dass Porsche hier nicht mit von der Partie ist, fällt kaum auf – die Zuffenhausener haben ohnehin ihre eigenen Formate während der Monterey Car Week. Das Kräfteverhältnis 2026 war klar verteilt: BMW dominierte mit seiner schieren Menge, Mercedes mit seinem Hang zum Unkonventionellen und Audi mit einer soliden, wenn auch braven Präsentation.