Lina Wendel: Vor dem Durchbruch mit 48 lebte die ARD-Darstellerin von Hartz IV
Aktuelle News
Lina Wendel: Vor dem Durchbruch mit 48 lebte die ARD-Darstellerin von Hartz IV
Schauspielerin Lina Wendel blickt offen auf eine existenzielle Phase ihres Lebens zurück. Vor mehr als 25 Jahren wurde die heute 61-Jährige Mutter einer Tochter und stand kurz darauf vor finanziellen Hürden. Im ZDF-Magazin „Volle Kanne“ berichtete sie, dass sie damals als Alleinerziehende auf staatliche Unterstützung angewiesen war.
„Ich habe gedreht, aber natürlich sehr, sehr wenig“, erklärte Wendel im TV-Gespräch über ihre damalige berufliche Situation.
Abschied von der Bühne zum Wohl des Kindes
Der Schauspielberuf erwies sich für sie damals als unvereinbar mit dem Familienleben. Feste Engagements am Theater hätten ständige Wohnortwechsel erfordert.
„Ich war nicht gewillt, mit dem Kind alle zwei Jahre umzuziehen. Die Theaterverträge dauern alle zwei Jahre. Da kommt der neue Intendant mit seiner Truppe und die alte Truppe geht woanders hin“, sagte Wendel. „So wichtig habe ich mich dann ehrlich gesagt doch nicht genommen.“
Um unabhängig von staatlichen Leistungen zu werden, suchte sich die Schauspielerin alternative Beschäftigungen. Sie betreute unter anderem Kinder mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen. Ihr Ziel war ein schneller Ausstieg aus dem Hilfssystem: „Bei Hartz IV war mir klar – da habe ich keine Lust drauf, das zu machen, Bittsteller zu sein.“
Schauspielerin Lina Wendel anlässlich der Kinopremiere des Filmes Herbert
Späte Rückkehr vor die Kamera
Ihre damalige Entscheidung bereut Wendel keineswegs. Die gemeinsame Zeit mit ihrer heranwachsenden Tochter bezeichnet sie als wertvoll.
„Jetzt ist es so, dass ich denke: Es ist wunderbar. Das Mädchen sagt, was sie denkt. Sie ist ein toller Mensch geworden“, resümierte die Darstellerin.
Neustart mit „Die Füchsin“
Jahre nach der Pause gelang ihr der dauerhafte Wiedereinstieg in die Film- und Fernsehbranche. Ab 2015 übernahm sie die Hauptrolle in der ARD-Krimireihe „Die Füchsin“, die bis 2025 ausgestrahlt wurde.
„Was für ein Glück, mit 48 noch mal so eine Hauptfigur zu kriegen“, betonte Wendel rückblickend auf ihren Erfolg.
Wendel ist nicht die einzige prominente Persönlichkeit, die offen über Phasen der Erwerbslosigkeit spricht. Auch Komikerin Ilka Bessin thematisierte in der Vergangenheit wiederholt ihre eigenen Erfahrungen mit dem Bezug von Hartz IV.

