Lkw-Diebstahl per GPS gestoppt: 23-Jähriger nach Verfolgungsjagd in Rothrist gefasst
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Das Firmengelände der Marti Nutzfahrzeuge AG in Reiden nach dem nächtlichen Vorfall.
Am späten Montagabend um kurz nach 22:30 Uhr verschafften sich zwei maskierte Männer Zutritt zum Areal der Marti Nutzfahrzeuge AG an der Industriestrasse in Reiden. Die Überwachungskameras filmten das Vorgehen: Nach kurzem Zögern traten die Täter die Scheibe eines Hallentores ein und drangen in den Bürotrakt vor, wo die Alarmanlage auslöste.
Aufnahmen der Sicherheitskameras dokumentieren den Einbruch auf dem Betriebsgelände in Reiden.
Firmeninhaber Daniel Marti erhielt zeitgleich ein Alarmsignal auf sein Smartphone, während am Betriebsgebäude Warnsirene und Drehlicht starteten. Als Marti kurz darauf vor Ort eintraf, fehlte ein betriebseigener Volvo-Sattelschlepper samt aufgesatteltem Kundenauflieger.
Live-Ortung führte die Polizei direkt zum Ziel
Die Flucht der Täter währte nur kurz. Ein Anwohner bemerkte den Diebstahl und alarmierte die Einsatzkräfte. Da der Zeuge beim Eigentümer des gestohlenen Anhängers arbeitet, wusste er um den eingebauten GPS-Tracker.
Gemeinsam mit einem Kollegen aus der Disposition verfolgte der Mann die Fahrtroute des Gespanns in Echtzeit und übermittelte die Koordinaten direkt an die Einsatzkräfte. Bei einem Halt auf einem Industriegelände an der Bernstrasse in Rothrist griff die Kantonspolizei Aargau zu.

Ein 23-jähriger Tatverdächtiger ohne gültige Ausweispapiere wurde vor Ort festgenommen, während dem zweiten Beteiligten die Flucht in die Dunkelheit gelang. Der festgenommene Franzose leistete laut Staatsanwaltschaft erheblichen Widerstand. Gegen 2:00 Uhr nachts konnte Firmeninhaber Marti den Lastwagen mit fast 1,2 Millionen Kilometern Laufleistung wieder in Empfang nehmen.
Strukturierte Bandenkriminalität im Fokus
Der Vorfall in Reiden ist kein Einzelfall. Allein in derselben Nacht registrierten die Strafverfolgungsbehörden im Kanton Luzern fünf Fahrzeugdiebstähle, darunter vier Personenwagen.
Rekrutierte Täter aus dem Ausland
Nach Erkenntnissen des Bundesamts für Polizei (Fedpol) reisen kriminelle Gruppierungen gezielt ein, um Fahrzeuge für den Weitertransport ins Ausland zu entwenden. Seit Jahresbeginn zählt die Behörde mehr als 100 Einbrüche oder Versuche in Werkstätten und Autohäuser. Seit 2025 wurden über 360 mutmassliche Handlanger identifiziert, die häufig per Telefon aus der Ferne gesteuert werden.

