Lynx XM30: Rheinmetall liefert ersten Prototyp für US-Milliardenprogramm
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Lynx XM30: Rheinmetall liefert ersten Prototyp für US-Milliardenprogramm
American Rheinmetall hat den ersten Prototyp des Schützenpanzers Lynx XM30 an die US-Armee übergeben. Das Kettenfahrzeug soll die seit Jahrzehnten genutzte Bradley-Flotte ablösen.
Insgesamt umfasst der aktuelle Entwicklungsauftrag acht Prototypen. Die verbleibenden sieben Exemplare sollen noch vor Ablauf des Jahres an die US-Streitkräfte ausgeliefert werden.
Ersatz für den Bradley nach über 40 Jahren
Der neue Schützenpanzer startet nun in ein mehrstufiges Testprogramm. Neben technischen Überprüfungen und Sicherheitsabnahmen sind umfangreiche Truppenübungen unter realistischen Gefechtsbedingungen angesetzt.
Der bislang genutzte M2 Bradley steht seit 1981 im Dienst. Nach mehreren Kampfwertsteigerungen stößt die Plattform laut einem Bericht an den US-Kongress an ihre physikalischen Grenzen. Zusätzliche Panzerung, neue Abwehrsysteme und moderne Sensorelektronik lassen sich im alten Fahrzeug kaum noch integrieren.
Milliardenetat für die Prototypenphase
Im Jahr 2023 vergab das US-Militär die Aufträge für die finale Entwicklungsphase an zwei Konkurrenten: American Rheinmetall, eine US-Tochter des Düsseldorfer Rüstungskonzerns, und den US-Konzern General Dynamics Land Systems.
Die US-Armee stellte für diese Phase insgesamt rund 1,6 Milliarden US-Dollar bereit. Auf die Entwicklung und Fertigung der Rheinmetall-Prototypen entfällt ein Auftragsvolumen von rund 764 Millionen US-Dollar.
Ein US-Soldat leitet einen M2 Bradley Schützenpanzer bei einer Schießübung auf dem Truppenübungsplatz im polnischen Trzebien an.
Ausstattung des Lynx XM30
Der XM30 basiert auf Rheinmetalls Lynx KF41, wurde jedoch an die Vorgaben des US-Militärs angepasst. Die modulare Architektur ist speziell auf Bedrohungen durch Drohnen und elektronische Kampfführung ausgelegt, um spätere Modernisierungen zu erleichtern.
Das Fahrzeug verfügt über einen Hybridantrieb und ist für eine zweiköpfige Kernbesatzung sowie sechs weitere Soldaten im Transportraum konzipiert. Zur Bewaffnung gehören:
- eine 50-Millimeter-Maschinenkanone,
- ein unbemannter, ferngesteuerter Turm,
- integrierte Lenkwaffen zur Panzerabwehr.
Entscheidung über Serienproduktion bis 2027
Das Auswahlverfahren zwischen American Rheinmetall und General Dynamics Land Systems läuft parallel weiter. Die US-Armee plant, die finale Entscheidung für eines der beiden Modelle bis Ende 2027 zu treffen. Im Anschluss soll die Fertigung der ersten Kleinserie anlaufen.

