Milliarden-Pokern im Eis: EU sagt Grönland dreistellige Millionensumme zu
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Milliarden-Pokern im Eis: EU sagt Grönland dreistellige Millionensumme zu
Die Europäische Union baut ihre strategische Partnerschaft mit Grönland deutlich aus. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist zu einem zweitägigen Besuch auf der Arktisinsel eingetroffen, um milliardenschwere Wirtschaftsinteressen zu sichern.
Geplant ist die Unterzeichnung einer neuen EU-Grönland-Erklärung sowie die Zusage von Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe. Grönlands Ministerpräsident Jens Frederik Nielsen und die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen empfingen von der Leyen am Flughafen der Hauptstadt Nuuk.
Grönland zählt knapp 57.000 Einwohner und verfügt über weitreichende Autonomie, gehört völkerrechtlich jedoch zum EU-Mitgliedsland Dänemark. Von der Leyen betonte bei ihrer Ankunft den engen Schulterschluss und bezeichnete das Verhältnis als familiäre Partnerschaft.
US-Präsident Trump fordert Kontrolle über Rohstoffinsel
Der Besuch erfolgt vor dem Hintergrund massiver geopolitischer Spannungen. US-Präsident Donald Trump beansprucht Grönland für die Vereinigten Staaten und drängt auf einen Erwerb des Territoriums.
Trump argumentiert, Dänemark könne die größte Insel der Erde nicht wirksam vor dem Einfluss Russlands und Chinas schützen. Die Insel ist reich an kritischen Rohstoffen und seltenen Erden, die für die europäische Industrie von strategischer Bedeutung sind.
Im Juli erneuerte Trump seine Forderungen und verknüpfte die Arktisfrage direkt mit der Präsenz von US-Truppen in Europa. Washington drohte damit, das militärische Engagement zur Abschreckung Russlands zu reduzieren, falls keine Vereinbarung im US-Sinne getroffen wird.
Zukunft des Nato-Kompromisses ungewiss
Offen ist derzeit, wie sich Washington zu einer im Januar von Nato-Generalsekretär Mark Rutte vermittelten Vereinbarung positioniert. Dieser Entwurf sah vor, die Sicherheit im arktischen Raum gemeinsam über die sieben Anrainerstaaten USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island zu koordinieren.
Der Plan stellte den USA zudem eine Ausweitung ihrer Militärstützpunkte auf der Insel sowie Mitspracherechte bei ausgewählten Infrastrukturprojekten in Aussicht.
