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Mit 92 Jahren gestorben: Gloria Steinems persönlicher Kampf gegen Krebs und Schmerzen

Mit 92 Jahren gestorben: Gloria Steinems persönlicher Kampf gegen Krebs und Schmerzen Aktuelle News

Mit 92 Jahren gestorben: Gloria Steinems persönlicher Kampf gegen Krebs und Schmerzen

Die Journalistin und Feminismus-Ikone Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren in ihrem Zuhause in New York City gestorben. Dies gab ihre Familie am Donnerstag, den 3. September, bekannt. Eine genaue Todesursache wurde nicht genannt.

Bis zuletzt blieb Steinem aktiv und arbeitete an ihren neuen Memoiren mit dem Titel „An Unexpected Life“. Während ihres Lebens sprach die Autorin immer wieder unverblümt über medizinische Diagnosen, schwere Eingriffe und die Herausforderungen des Alterns.

Ein illegaler Schwangerschaftsabbruch im Jahr 1957

Als Steinem 1957 nach ihrem College-Abschluss mit 22 Jahren in London lebte, wurde sie ungewollt schwanger. Schwangerschaftsabbrüche waren in Großbritannien zu dieser Zeit verboten, außer bei einer akuten Gefährdung der Gesundheit.

Über einen Eintrag im Telefonbuch fand sie schließlich einen Mediziner, der ihr unter einer Bedingung half: Sie musste versprechen, seinen Namen niemals zu verraten. Er vermittelte sie an eine Ärztin, die den geheimen Eingriff vornahm.

Ihre 2015 erschienenen Memoiren „My Life on the Road“ widmete Steinem diesem Arzt. Niemand sei grundsätzlich „für“ Abtreibungen, betonte sie später in Interviews – Frauen würden sich diesen Schritt nicht aussuchen, wenn sie andere Möglichkeiten hätten.

Brustkrebs-Diagnose im Alter von 52 Jahren

Im Jahr 1986 ertastete Steinem selbst einen Knoten in ihrer Brust. Obwohl mehrere Mammographien unauffällig blieben, entschied sich ihr Arzt für eine vorsorgliche Gewebeentnahme – der Tumor erwies sich als bösartig.

Gloria Steinem speaks at a rally outside the United Nations in New York, New York, 1978.
Gloria Steinem bei einer Kundgebung vor den Vereinten Nationen in New York im Jahr 1978.

Nach der operativen Entfernung des Tumors folgte eine Strahlentherapie. Eine Chemotherapie blieb ihr erspart, weshalb sich Steinem rückblickend als „sehr glücklich“ bezeichnete.

Kritik an medizinischen Screening-Leitlinien

Dass medizinische Fachgesellschaften die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust nicht mehr explizit als Früherkennungsmethode empfehlen, sah Steinem kritisch. Frauen würden ihren eigenen Körper am besten kennen und Veränderungen rasch bemerken.

Offizielle Leitlinien verweisen zwar darauf, dass Tastuntersuchungen allein die Sterblichkeit statistisch nicht senken, empfehlen aber weiterhin, auf Veränderungen an Form und Gewebe zu achten und diese ärztlich abklären zu lassen.

Chronische Schmerzen durch Trigeminusneuralgie

Steinem litt zudem unter Trigeminusneuralgie, einer chronischen Nervenerkrankung im Gesichtsbereich. Die Attacken führen zu blitzartigen, extremen Schmerzen, die Betroffene oft als unerträgliches Ziehen im Kiefer- oder Zahnbereich beschreiben.

Gloria Steinem in July 1977.
Gloria Steinem im Juli 1977.

Herkömmliche Schmerzmittel zeigen bei dieser Nervenstörung kaum Wirkung. Steinem berichtete, dass sie zeitweise nicht sprechen konnte, und nutzte ihre Krankheitsgeschichte, um auf die finanziellen Hürden im Gesundheitssystem aufmerksam zu machen.

Ohne ausreichende Mittel und eine gute Versicherung ließen sich viele Betroffene mangels korrekter Diagnose fälschlicherweise gesunde Zähne ziehen, bevor der eigentliche Auslöser im Nervensystem erkannt werde.