Möbelriese Roller schließt 10 Filialen: Zwei weitere Standorte in NRW vor dem Aus
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Eine Filiale des Möbeldiscounters Roller in Düsseldorf.
Der Möbeldiscounter Roller dünnt sein Standortnetz in Deutschland weiter aus. Neu auf der Streichliste stehen zwei Märkte in Nordrhein-Westfalen: Düsseldorf-Flingern und Kerpen. Damit erhöht sich die Zahl der Schließungen seit September 2025 auf insgesamt zehn Filialen.
Räumungsverkäufe in Düsseldorf und Kerpen
Im Düsseldorfer B8-Center an der Erkrather Straße läuft der Ausverkauf bereits. Mit Nachlässen von 30 Prozent auf Ausstellungsware bereitet das Möbelhaus seinen Rückzug vor, der bis Ende November abgeschlossen sein soll. Auf dem Areal sind künftig Wohnungen und Grünflächen geplant.
In Kerpen endet der Betrieb bereits Ende Oktober. Kunden aus der Region werden an die umliegenden Filialen in Köln und Euskirchen verwiesen. Bereits geschlossene Kaufverträge und offene Küchenplanungen wickelt das Unternehmen regulär ab, den betroffenen Mitarbeitern sollen interne Perspektiven geboten werden.
Eine Filiale des Möbeldiscounters Roller in Düsseldorf
Fokussierung auf ein Kernnetz
Roller begründet den Schritt mit anhaltend schwierigen Marktbedingungen und dem Ziel, sich künftig auf ein wirtschaftlich tragfähiges Kernnetz zu konzentrieren. Zuvor war bereits das Aus für einen Standort in Rendsburg bekannt geworden.

Die zehn betroffenen Standorte im Überblick
- Husum (Schleswig-Holstein) – bereits geschlossen
- Oldenburg in Holstein (Schleswig-Holstein) – bereits geschlossen
- Rendsburg (Schleswig-Holstein) – schließt im Oktober 2026
- Villingen (Baden-Württemberg) – bereits geschlossen
- Crailsheim (Baden-Württemberg) – bereits geschlossen
- Reutlingen (Baden-Württemberg) – bereits geschlossen
- Offenbach (Hessen) – bereits geschlossen
- Gera (Thüringen) – bereits geschlossen
- Kerpen (Nordrhein-Westfalen) – schließt im Oktober 2026
- Düsseldorf-Flingern (Nordrhein-Westfalen) – schließt im November 2026
Möbelhandel leidet unter Konsumflaute
Die Schließungswelle spiegelt die anhaltende Krise der gesamten Branche wider. Der Umsatz im deutschen Möbelhandel ging 2025 um 3,4 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro zurück – das entspricht dem niedrigsten Niveau seit 2009.
Im Jahr 2024 verzeichnete die Branche mehr als 230 Insolvenzen und damit einen Zehn-Jahres-Höchststand. Die Zahl der Beschäftigten in größeren Betrieben sank zuletzt um vier Prozent auf rund 68.300 Personen. Rund 32 Prozent der Verbraucher gaben an, ihre Ausgaben für Möbel in den vergangenen zwei Jahren bewusst reduziert zu haben, während die Importquote bei knapp 60 Prozent verharrt.

