Mondfinsternis am 28. August 2026: Warum das Himmelsspektakel kurz vor knapp droht
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Am 7. September 2025 wird ein roter „Blutmond“ über Deutschland aufgehen.
Der August 2026 hält für Astronomie-Fans in Deutschland ein markantes Finale bereit. Nur wenige Tage nach einer partiellen Sonnenfinsternis folgt am frühen Morgen des 28. August das Gegenstück: Der Mond wandert in den Schatten der Erde.
Rund 93 Prozent der Mondoberfläche werden dabei vom Kernschatten erfasst. Doch das Ereignis birgt eine tückische Einschränkung: Das Maximum wird um 06:13 Uhr MESZ erreicht – genau zu dem Zeitpunkt, an dem der Mond am westlichen Horizont untergeht. Beobachter benötigen daher nicht nur einen freien Blick nach Westen, sondern müssen auch zügig aus den Federn kommen.
Archivbild eines roten Blutmondes am Nachthimmel.
Wer auf ein vollständiges „Blutmond“-Erlebnis hofft, muss sich gedulden. Erst am Silvesterabend 2028 wird der Mond wieder in ein leuchtendes Kupferrot getaucht sein.
Physik statt Magie: So entsteht die Finsternis
Eine Mondfinsternis ist keine mystische Erscheinung, sondern das Ergebnis präziser Himmelsmechanik. Wenn Sonne, Erde und Mond exakt auf einer Linie stehen und die Erde den Platz in der Mitte einnimmt, wirft unser Planet einen Schatten in den Weltraum. Sobald der Mond diesen Bereich durchquert, wird er verdunkelt.
Dass dies nicht bei jedem Vollmond geschieht, liegt an der Neigung der Mondbahn um etwa 5,1 Grad gegenüber der Erdbahn. Meist zieht der Mond ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Nur wenn der Vollmond nah an den Knotenpunkten – den Schnittpunkten der Bahnebenen – steht, kommt es zur Finsternis. Dies passiert etwa zwei- bis dreimal im Jahr.
Die drei Phasen des Schattens
Astronomen unterscheiden je nach Durchgang des Mondes drei Varianten:
- Totale Mondfinsternis: Der Mond tritt vollständig in den Kernschatten (Umbra) ein.
- Partielle Mondfinsternis: Nur ein Teil des Mondes erreicht den Kernschatten.
- Halbschattenfinsternis: Der Mond streift lediglich den äußeren Bereich (Penumbra). Dies ist mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar.
Warum leuchtet der Mond bei einer Finsternis rot?
Selbst in der totalen Finsternis verschwindet der Mond nicht komplett. Die Erdatmosphäre wirkt wie eine optische Linse, die Sonnenlicht bricht und in den Kernschatten umleitet. Während blaues Licht gestreut wird, erreicht uns langwelligeres, rötliches Licht.
Wie intensiv dieses Kupferrot ausfällt, ist vom Zustand der Erdatmosphäre abhängig. Aschepartikel oder Schwefelverbindungen nach Vulkanausbrüchen können den Mond deutlich dunkler oder bräunlich erscheinen lassen. Zur Bestimmung der Helligkeit nutzen Astronomen die sogenannte Danjon-Skala, die von 0 (fast unsichtbar) bis 4 (leuchtendes Kupferrot) reicht.
Präzision seit der Antike
Die Vorhersage dieser Ereignisse ist kein modernes Phänomen. Schon die Babylonier nutzten den Saros-Zyklus: Nach 223 synodischen Monaten, also etwa 18 Jahren und 11 Tagen, wiederholt sich die geometrische Konstellation von Sonne, Erde und Mond fast identisch.
Ein entscheidender Vorteil gegenüber Sonnenfinsternissen: Eine Mondfinsternis ist für die gesamte dem Mond zugewandte Erdhälfte sichtbar. Während eine totale Sonnenfinsternis nur einen schmalen Korridor trifft, ist die Mondfinsternis für Milliarden Menschen gleichzeitig beobachtbar.

