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Mont Blanc: 32 Bergsteiger ignorieren Warnungen und fordern Hubschrauber-Evakuierung

Blick auf das Mont-Blanc-Massiv und die Goûter-Hütte in den französischen Alpen. Aktuelle News

Die Goûter-Hütte ist einer der zentralen Stützpunkte am Weg zum Mont-Blanc-Gipfel.

Wider besseres Wissen: Ein gefährlicher Alleingang

Trotz expliziter Warnungen durch Bergführer und das Hochgebirgsamt setzten 32 Bergsteiger ihren Aufstieg auf den Mont Blanc fort. Nur einen Tag später verlangte die Gruppe eine kostenlose Evakuierung per Hubschrauber.

Jean-Marc Peillex, der zuständige Bürgermeister, bezeichnete das Verhalten als „absurde Situation“. Er hatte zuvor die beiden wichtigsten Schutzhütten auf der Route schließen lassen und dringend von der Besteigung abgeraten.

Gefahren durch Hitze und Steinschlag

Der Grund für die behördlichen Sperrungen war die akute Gefahr durch Steinschlag im Grand Couloir du Goûter, verschärft durch die anhaltende Hitze der vergangenen Tage. Da sich die Lage zum Zeitpunkt der Evakuierungsanfrage jedoch beruhigt hatte und keine unmittelbare Lebensgefahr mehr bestand, wies Peillex das Anliegen zurück.

Anstatt staatlicher Hilfe musste die Gruppe eine private Hubschrauberfirma beauftragen. Die Kosten für den Rückflug von der Goûter-Hütte mussten die Bergsteiger selbst tragen.

Appell an die Eigenverantwortung

Der Bürgermeister wertet diesen Vorfall als Präzedenzfall. Einige Mitglieder der Gruppe nutzten das Hubschrauber-Angebot, andere stiegen ohne Probleme zu Fuß ab. Peillex vermutet hinter dem Wunsch nach einer Luftrettung in vielen Fällen eher einen Wunsch nach Komfort als eine echte Notsituation.

Mont Blanc: 32 Bergsteiger ignorieren Warnungen und fordern Hubschrauber-Evakuierung

„Die Berge sind ein Ort der Freiheit, aber die Natur hat ihre eigenen Gesetze“, so Peillex. Er mahnt die Bergsteiger zur Vernunft: „Es liegt an uns, uns anzupassen. Die Berge zerfallen, das sieht man fast überall auf der Welt, also müssen wir erwachsen werden.“

Klimawandel als treibender Faktor

Der Vorfall am Mont Blanc ist kein Einzelfall. Eine Ende 2024 veröffentlichte Studie der WSL und ETH Zürich in der Fachzeitschrift „Earth-Science Reviews“ unterstreicht, dass Steinschläge in den Alpen massiv zunehmen.

Die Hauptursache ist der Rückgang der Gletscher sowie das Auftauen des Permafrosts. Durch diese klimatischen Veränderungen werden Felsmassen instabil.

„Hohe Temperaturen und Hitzewellen können Massenbewegungen direkt auslösen“, heißt es in der Analyse. Das Schmelzeis in den Gesteinsklüften verliert seine stabilisierende Wirkung, was das Risiko für Felslawinen in hochalpinen Regionen signifikant erhöht.