Mordfall Fabian: 3 Kinder sahen Achtjährigen noch nach offiziellem Todeszeitpunkt
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Am Landgericht Rostock sagen wichtige Zeugen im Prozess um den getöteten Fabian aus.
Am 26. Verhandlungstag im Mordprozess um den getöteten Fabian haben drei Kinder vor dem Rostocker Landgericht ausgesagt. Ihre Beobachtungen stellen den bisherigen zeitlichen Ablauf der Anklagebehörde infrage.
Die drei minderjährigen Zeugen gaben an, den achtjährigen Jungen am Tag seines Verschwindens noch am Nachmittag in Güstrow gesehen zu haben. Nach Rekonstruktion der Staatsanwaltschaft war das Kind zu diesem Zeitpunkt bereits tot.
Widersprüche zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt
Die Verteidigung hatte die Befragung der Kinder beantragt. Ein zehnjähriger Mitschüler schilderte, Fabian am fraglichen Freitag zwischen 13:30 und 14:00 Uhr mit dem Fahrrad vor einer Bäckerei gesehen zu haben.
Ein zweiter Zeuge im selben Alter stützte diese Darstellung. Er habe nach Unterrichtsende gegen 12:40 Uhr Fabian vor der Bäckereifiliale getroffen und kurz gegrüßt.
Mädchen berichtet von zwei Verfolgern
Eine zwölfjährige Zeugin aus Fabians Nachbarschaft berichtete von einer weiteren Begegnung zwischen 14:00 und 15:00 Uhr. Sie gab an, der Junge sei zu Fuß unterwegs gewesen und habe sich mehrfach umgedreht.

Hinter ihm seien zwei schwarz gekleidete Männer gegangen. Fabian sei daraufhin zügig in eine Nebenstraße abgebogen.
Der Ermittlungsstand der Staatsanwaltschaft
Die Aussagen kollidieren mit den bisherigen Ermittlungsergebnissen. Die Anklage geht davon aus, dass die 30-jährige Gina H., die damalige Lebensgefährtin von Fabians Vater, das Kind bereits gegen 11:00 Uhr mit einem Ford Ranger abgeholt hatte.
Laut Anklageschrift schaltete die Beschuldigte um 11:22 Uhr ihr Mobiltelefon aus und erstach den Achtjährigen zwischen 10:50 und 13:00 Uhr mit sechs Messerstichen an einem abgelegenen Gewässer, bevor die Leiche angezündet wurde. Vier Tage nach seinem Verschwinden am 10. Oktober 2025 wurde Fabians Leichnam gefunden. Gina H. beteuert ihre Unschuld.
