Mordfall Fabian (8): 12-jährige Zeugin schildert Verfolgung vor Landgericht Rostock
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Am Landgericht Rostock sagen Zeugen zum gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus.
Im Prozess um den getöteten achtjährigen Fabian vor dem Landgericht Rostock stehen neue Zeugenaussagen im Mittelpunkt. Drei Kinder sollen schildern, ob sie den Jungen am 10. Oktober 2025 in Güstrow noch lebend gesehen haben.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Kind zu diesem Zeitpunkt bereits tot war. Fabian wurde mit sechs Messerstichen getötet und anschließend angezündet. Angeklagt ist die 30-jährige Gina H., die Lebensgefährtin seines Vaters.
Prozess um den getöteten Fabian am Landgericht Rostock.
Widersprüche im Zeitablauf der Tat
Vor Gericht sagte ein zwölfjähriges Mädchen aus, sie habe Fabian am Tattag zwischen 14:00 und 15:00 Uhr an der Schweriner Straße gesehen. Der Junge sei zu Fuß unterwegs gewesen und habe eine Jacke sowie eine Jogginghose getragen.
Laut der Schülerin folgten Fabian zwei dunkelhaarige Männer mit leichtem Bart im Abstand von etwa zehn Schritten. Als die Männer schneller wurden, habe Fabian ebenfalls sein Tempo erhöht, sich umgedreht und sei schließlich in eine Seitenstraße abgebogen.
Diese Angaben kollidieren mit dem bisherigen Ermittlungsstand. Bereits um 14:59 Uhr hatte eine Zeugin ein Feuer bei Klein Upahl fotografiert, bei dem es sich nach Überzeugung der Ermittler um die Leiche des Jungen handelte.

Gina H. ergänzt ihre Einlassung
Verteidiger Thomas Löcker verlas eine Ergänzung zur bereits 95 Seiten umfassenden Erklärung der Angeklagten. Darin begründete Gina H., warum ihr Pick-up am Tattag in der Nähe eines Waldes bei Güstrow abgestellt war.
Sie habe dort wegen akuten Parkplatzmangels im Stadtzentrum geparkt, um Bankgeschäfte für ihre Großmutter zu erledigen. Der Fußweg zur Filiale hätte von dort etwa fünf Minuten betragen.
Erklärung zur Handynutzung
Zudem äußerte sich die Angeklagte zu Chatprotokollen von einem Treffen mit ihrem Bekannten Christian D. Die Ermittler werteten eine intensive Smartphone-Nutzung als Indiz dafür, dass die Verabredung bereits beendet gewesen sei.
Gina H. widersprach dieser Interpretation und bezeichnete sich selbst als handysüchtig. Sie habe auch während persönlicher Treffen regelmäßig das Telefon genutzt und Nachrichten verschickt, selbst wenn man direkt nebeneinander gesessen habe.

