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Multitasking beschleunigt Zellalterung: Forscher warnen vor Schäden an der DNA

Multitasking beschleunigt Zellalterung: Forscher warnen vor Schäden an der DNA Aktuelle News

Multitasking beschleunigt Zellalterung: Forscher warnen vor Schäden an der DNA

Gleichzeitig frühstücken, E-Mails beantworten und Social-Media-Feeds überfliegen: Was im Alltag wie maximale Produktivität wirkt, schadet dem Körper auf zellulärer Ebene. Longevity-Forscher und Neurophysiologen warnen davor, dass Multitasking den biologischen Alterungsprozess direkt beschleunigt.

Der Neurophysiologe Dr. Gerd Wirtz weist darauf hin, dass die permanente Überlastung des Gehirns Entzündungsprozesse im Körper fördert und die Anfälligkeit für chronische Erkrankungen drastisch erhöht.

Warum das Gehirn nicht für mehrere Aufgaben gebaut ist

Das menschliche Gehirn kann komplexe Aufgaben nicht parallel abarbeiten. Der Neurowissenschaftler Earl Miller vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) betont, dass das Gehirn stattdessen in Sekundenbruchteilen zwischen verschiedenen Anforderungen hin- und herspringt.

Dieser ständige Wechsel kostet enorme Mengen kognitiver Energie. Er führt zu rascher mentaler Erschöpfung und senkt die tatsächliche Leistungsfähigkeit, anstatt sie zu steigern.

Biologische Folgen des permanenten Task-Switchings

Die Reizüberflutung löst eine Kaskade körperlicher Reaktionen aus:

  • Anstieg von Cortisol: Das Gehirn schüttet vermehrt das Stresshormon Cortisol aus, was die Zellalterung antreibt.
  • Chronische Entzündungen: Dauerhaft erhöhte Stresshormone begünstigen Entzündungsreaktionen, die eng mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz verknüpft sind.
  • Verkürzung der Telomere: Stress greift die Schutzkappen der Chromosomen an. Kürzere Telomere führen dazu, dass sich Zellen schlechter regenerieren und schneller absterben.

Mono-Tasking als Strategie gegen Zellstress

Der wirksamste Hebel gegen diesen biologischen Verschleiß ist das sogenannte Mono-Tasking – das strikte Erledigen einer einzelnen Aufgabe zur Zeit.

Dazu gehört das Arbeiten in festen Zeitblöcken ohne eingehende Benachrichtigungen ebenso wie klare Pausen ohne Smartphone. Selbst alltägliche Handlungen wie das Trinken eines Kaffees oder Spaziergänge sollten ohne parallelen Konsum von Podcasts oder Bildschirminhalten stattfinden.

Gerd Wirtz
Gerd Wirtz

Wer Ablenkungsquellen im Alltag konsequent eliminiert, senkt das Niveau an Stresshormonen messbar und schützt die Regenerationsfähigkeit der eigenen Zellen.