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Muscheln mit Cappuccino: Rund 8.000 Lokale am Gardasee kämpfen mit bizarren Touristen-Bestellungen

Nudeln Aktuelle News

Italienische Nudelgerichte sorgen bei Touristenbestellungen am Gardasee regelmäßig für Diskussionen.

Italienische Küchenregeln gelten als unantastbar. Am Gardasee prallen diese Traditionen während der Hauptsaison jedoch regelmäßig auf die Gewohnheiten internationaler Urlauber.

Gastronomen rund um den See registrieren vermehrt Kombinationen, die mit der traditionellen Esskultur kaum vereinbar sind. Zu den auffälligen Bestellungen gehören Fleisch als Pasta-Beilage oder Eiscreme auf Pommes frites mit Ketchup.

Nudeln
Frisch servierte Nudeln auf einem Teller.

Cappuccino zum Hauptgang sorgt für Unverständnis

Angelo Capalbo von der „Osteria della Barchessa“ in Torri del Benaco berichtet von Gästen, die Muscheln zusammen mit Cappuccino bestellen. Was für viele Urlauber harmlos wirkt, gilt unter italienischen Köchen als absolutes Tabu.

Auch in der „Osteria al Vicolo“ in Garda gehört der Milchschaum-Kaffee zu Hauptspeisen mittlerweile zur Tagesordnung. Traditionell trinken Einheimische Cappuccino ausschließlich vor 11 Uhr morgens.

Klare Rote Linie bei der Carbonara

Trotz der Bereitschaft, Gästen entgegenzukommen, ziehen die Wirte Grenzen. „Bei Sahne auf Carbonara sage ich Nein“, stellt der Betreiber der „Osteria al Vicolo“ klar.

Muscheln mit Cappuccino: Rund 8.000 Lokale am Gardasee kämpfen mit bizarren Touristen-Bestellungen

Der Respekt vor der Speisekarte und den Originalrezepten müsse erhalten bleiben. Ungewöhnliche Sonderwünsche kommen dabei nicht nur von ausländischen Gästen: Auch italienische Urlauber fordern gelegentlich Spaghetti aglio e olio ohne jeglichen Knoblauch.

8.000 Gastronomiebetriebe im Dauereinsatz

Rund um den Gardasee existieren etwa 8.000 gastronomische Betriebe, darunter Cafés, Bars, Pizzerien und Restaurants. Zahlreiche Lokale sind im Guide Michelin aufgeführt, inklusive Sterne-Häusern in Gargnano, Limone und Malcesine.

Die höchste Lokaldichte konzentriert sich auf die touristischen Zentren am Süd- und Ostufer wie Sirmione, Desenzano, Lazise und Bardolino. Bei Temperaturen um 31 Grad sind die Uferorte voll ausgelastet, während Urlauber gleichzeitig spürbar gestiegene Preise in Gastronomie und Hotellerie kritisieren.