Nach 10 Jahren Spitzenküche: Gastro-Paar schließt Gourmet-Lokal und setzt auf 22-Euro-Gerichte
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Gutes Essen zu bezahlbaren Preisen wird für Restaurantbesucher immer wichtiger.
Nach zehn Jahren im gehobenen Gourmet-Segment zogen Nele Victoor (43) und Kim Devisschere (42) einen Schlussstrich. Das Paar schloss sein bekanntes Restaurant Roots im belgischen Gent, um einen radikalen Neuanfang zu wagen.
Mit ihrem neuen Bistro „Klaar“ verabschieden sich die Gastronomen von stundenlangen Degustationsmenüs. Stattdessen setzen sie auf eine kompakte Karte mit bezahlbaren Gerichten wie Rindertatar für 15 Euro oder Rochenflügel für 22 Euro.
Weg vom Vier-Stunden-Menü: Neues Konzept für Gäste und Personal
„Wir wollten faire Preise verlangen“, erklärte Devisschere der belgischen Zeitung Nieuwsblad. Gäste müssten nun nicht mehr drei oder vier Stunden am Tisch verbringen, sondern könnten unkompliziert à la carte speisen.
Für eigene Restaurantbesuche kalkuliert das Paar selbst meist nur rund eineinhalb Stunden ein. Diese pragmatische Linie spiegelt sich auch bei den Arbeitszeiten wider: Das Bistro öffnet unter der Woche und bleibt an den Wochenenden sowie Mittwochabend geschlossen.

„Es ist sehr angenehm für das Personal, dass wir am Wochenende schließen. Dann können sie sich mit Freunden und Familie treffen“, betonte Victoor.
Essen auf einem Teller
Spardruck bestimmt den Restaurantbesuch
Der Schritt des Paares trifft eine Entwicklung, die sich auch im Konsumverhalten in Deutschland deutlich abzeichnet. Eine Erhebung des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT) unter mehr als 2.000 Befragten zeigt klare Prioritäten beim Restaurantbesuch.
Zwar gehen 55 Prozent der Menschen mindestens einmal im Monat auswärts essen, doch das Budget wird spürbar knapper kalkuliert. Insgesamt gaben 48 Prozent an, wegen gestiegener Preise seltener Lokale zu besuchen als noch im Vorjahr.
Preisgrenzen bei Hauptgerichten
- 65 Prozent der Gäste achten primär auf ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis.
- 52 Prozent nennen Gemütlichkeit und Ambiente als entscheidendes Kriterium.
- 42 Prozent ziehen bei einem Hauptgericht am Abend die finanzielle Schmerzgrenze zwischen 20 und 29 Euro.

